Stu­di­en­platz am uner­wünsch­ten Stu­di­en­ort

Der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung zwecks vor­läu­fi­ger Zuwei­sung eines Stu­di­en­plat­zes außer­halb der fest­ge­setz­ten Kapa­zi­tät zur Ver­mei­dung wesent­li­cher Nach­tei­le des jewei­li­gen Antrag­stel­lers ist nur dann gebo­ten, wenn die­ser sei­ner­seits das ihm Mög­li­che und Zumut­ba­re getan hat, um einen Stu­di­en­platz in dem betref­fen­den Fach zu erhal­ten (stän­di­ge Recht­spre­chung).

Stu­di­en­platz am uner­wünsch­ten Stu­di­en­ort

Die Oblie­gen­heit der Bewer­bung bei der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung in Stu­di­en­gän­gen des zen­tra­len Ver­ga­be­ver­fah­rens ent­fällt nicht nach­träg­lich, wenn sich nach Abschluss der Zulas­sungs- und Aus­wahl­ver­fah­ren ange­sichts der jewei­li­gen Aus­wahl­gren­zen bei den tat­säch­lich erfolg­ten Zulas­sun­gen her­aus­stellt, dass die betref­fen­de Per­son im Fall der Bewer­bung (wohl) kei­ne Zulas­sung erhal­ten hät­te.

Eine Aus­nah­me hier­von kommt in Betracht, der Antrag­stel­ler zwin­gen­de per­sön­li­che Grün­de dafür hat, gera­de an der von ihr gewünsch­ten Hoch­schu­le mit Zulas­sungs­be­schrän­kung für den erstreb­ten Stu­di­en­gang stu­die­ren zu wol­len. Sol­che Grün­de lie­gen vor, wenn die Zulas­sung an einem ande­ren Stu­di­en­ort unter Anle­gung eines stren­gen Maß­stabs mit erheb­li­chen Nach­tei­len ver­bun­den wäre; hier­bei kom­men ins­be­son­de­re gesund­heit­li­che, fami­liä­re, wirt­schaft­li­che sowie wis­sen­schaft­li­che Grün­de in Betracht. Anhalts­punk­te dafür, wann sol­che Grün­de vor­lie­gen kön­nen, ver­mit­teln die Infor­ma­tio­nen in dem Maga­zin zur Stu­di­en­platz­be­wer­bung der Stif­tung für Hoch­schul­zu­las­sung zu den Kri­te­ri­en für die Ent­schei­dung über Anträ­ge auf bevor­zug­te Berück­sich­ti­gung des ers­ten Stu­di­en­ort­wun­sches.

Eine beruf­li­che Tätig­keit, die der Antrag­stel­ler vor­aus­sicht­lich auch an einem ande­ren Stu­di­en­ort aus­üben kann (hier Zahn­arzt­hel­fe­rin), führt nicht zu einer zwin­gen­den Ort­bin­dung aus wirt­schaft­li­chen Grün­den.

Ham­bur­gi­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 1. Juni 2012 – 3 Nc 51/​11