Baum­fäl­lun­gen und die Rech­te der Anlie­ger

Anlie­ger haben regel­mä­ßig kei­nen Anspruch dar­auf, dass eine Gemein­de Baum­fäl­lun­gen unter­lässt. Mit die­ser Begrün­dung hat es jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg abge­lehnt, die von der Stadt Hamm geplan­te Fäl­lung von 189 Lin­den­bäu­men in den Ring­an­la­gen des Ost­rings durch eine einst­wei­li­ge Anord­nung vor­erst zu stop­pen und die Anträ­ge von sechs in der Nach­bar­schaft woh­nen­den Per­so­nen zurück­ge­wie­sen, die errei­chen woll­ten, dass die Stadt­ver­wal­tung es unter­lässt, „abge­se­hen von 51 geschä­dig­ten Bäu­men alle 189 Lin­den vor einer erneu­ten Ent­schei­dung nach Anhö­rung und unter Berück­sich­ti­gung der Inter­es­sen der Anlie­ger zu fäl­len“.

Baum­fäl­lun­gen und die Rech­te der Anlie­ger

In der Begrün­dung der Ent­schei­dung hebt das Ver­wal­tungs­ge­richt her­vor, dass die Antrag­stel­ler kei­nen Rechts­an­spruch dar­auf haben, dass der Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Hamm die Baum­fäll­ak­ti­on unter­lässt. Sämt­li­che Vor­schrif­ten, an denen das Vor­ha­ben zu mes­sen sei­en, dien­ten aus­schließ­lich öffent­li­chen Inter­es­sen und begrün­de­ten im vor­lie­gen­den Fall kei­ne sub­jek­ti­ven Rech­te der Anlie­ger. Dies gel­te für das Umwelt­recht, für die Baum­schutz­sat­zung der Stadt Hamm (in deren Ver­zeich­nis im Übri­gen nur ein­zel­ne weni­ge Bäu­me aus dem Bezirk Hamm-Mit­te auf­ge­führt sei­en), für das Denk­mal­schutz­recht, für das Kom­mu­nal­recht (die Antrag­stel­ler hat­ten gel­tend gemacht, dass nicht die Bezirks­ver­tre­tung hät­te ent­schei­den dür­fen) und für das Was­ser­recht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg, Beschluss vom 29. Okto­ber 2010 – 14 L 763/​10