Brenn­ta­ge in Preu­ßisch Olden­dorf

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den hat heu­te eine All­ge­mein­ver­fü­gung der Stadt Preu­ßisch Olden­dorf vom 2. Juni 2008 auf­ge­ho­ben, mit der die Ver­bren­nung pflanz­li­cher Abfäl­le an vier Tagen im Okto­ber eines jeden Jah­res zuge­las­sen wur­de. Geklagt hat­te ein Bür­ger der Stadt, der aus­weis­lich vor­ge­leg­ter Attes­te an Atem­wegs­er­kran­kun­gen lei­det und sich an den Brenn­ta­gen gesund­heit­lich beein­träch­tigt fühlt.

Brenn­ta­ge in Preu­ßisch Olden­dorf

Bis zur Auf­he­bung der Pflan­zen­ab­fall­ver­ord­nung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len zum 1. Mai 2003 durf­ten lan­des­weit pflanz­li­che Abfäl­le aus Klein­gär­ten an bestimm­ten Tagen ver­brannt wer­den. Die beklag­te Stadt Preu­ßisch Olden­dorf erließ nach Auf­he­bung der Pflan­zen­ab­fall­ver­ord­nung die steitge­gen­ständ­li­che All­ge­mein­ver­fü­gung, um ihren Bür­gern das Ver­bren­nen von Grün­ab­fäl­len wie­der zu ermög­li­chen. Sie ist der Auf­fas­sung, dass das Ver­bren­nen pflanz­li­cher Abfäl­le in ihrem Gemein­de­ge­biet all­ge­mein zuge­las­sen wer­den kön­ne, weil die Ver­wer­tung der Abfäl­le oder ihre Ver­brin­gung zu einer Annah­me­stel­le auf­grund der länd­li­chen Sied­lungs­struk­tur – groß­flä­chi­ge Grund­stü­cke mit vie­len Hecken und Bäu­men – weder mög­lich noch den Grund­stücks­ei­gen­tü­mern zuge­mu­tet wer­den kön­ne.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den woll­te sich die­ser Argu­men­ta­ti­on nicht anschlie­ßen: Für die in Preu­ßisch Olden­dorf erfolg­te all­ge­mei­ne Zulas­sung von Brenn­ta­gen sei nach Auf­he­bung der Pflan­zen­ab­fall­ver­ord­nung schon des­halb kein Raum mehr, weil das Ver­bren­nen von pflanz­li­chen Abfäl­len nach dem Kreis­lauf­wirt­schafts- und Abfall­ge­setz nur noch in Ein­zel­fäl­len zuge­las­sen wer­den kön­ne, nicht aber flä­chen­de­ckend für alle Grund­stü­cke und Bewoh­ner eines Gemein­de­ge­bie­tes. Dies gel­te auch für Kom­mu­nen mit länd­li­cher Sied­lungs­struk­tur. Auch dort bestehe kein Bedürf­nis, Brenn­ta­ge all­ge­mein zuzu­las­sen, zumal mit der Grö­ße der Grund­stü­cke die Mög­lich­kei­ten zur Eigen­ver­wer­tung zunäh­men und die Ver­brin­gung der Abfäl­le zu den vor­han­de­nen Annah­me­stel­len im Kreis­ge­biet wirt­schaft­lich zumut­bar sei.

Die Fra­ge, ob und in wel­chem Umfang Brauch­tums­feu­er wie etwa Oster­feu­er wei­ter­hin zuläs­sig sind, wird von die­ser Ent­schei­dung nicht betrof­fen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Urteil vom 27. Mai 2009 – 11 K 2003/​08 (nicht rechts­kräf­tig)