Der U‑Bahn-Bau in Nürn­berg

Lei­det ein Plan­fest­stel­lungs­be­schluss zum Bau einer U‑Bahn-Linie auf­grund der zwi­schen­zeit­lich erfolg­ten Vor­ha­bens­än­de­run­gen vor­aus­sicht­lich nicht mehr an recht­li­chen Män­geln, die zu sei­ner Auf­he­bung oder zur Fest­stel­lung sei­ner Rechts­wid­rig­keit und Nicht­voll­zieh­bar­keit füh­ren könn­ten, ist die Anord­nung der auf­schie­ben­den Wir­kung nicht zu recht­fer­ti­gen.

Der U‑Bahn-Bau in Nürn­berg

So der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in dem hier vor­lie­gen­den Fall, in dem sich die Betrei­be­rin­nen eines Pfle­ge­heims gegen den Bau der Ver­län­ge­rung der U‑Bahn-Linie 3 in Nürn­berg im Wege des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes gewehrt haben. Die Betrei­be­rin­nen eines Pfle­ge­hei­mes gehen mit Kla­gen gegen die Ver­län­ge­rung der U‑Bahn-Linie 3 in Nürn­berg vor, da sie wäh­rend der ca. 5‑jährige Bau­zeit u.a. Beein­träch­ti­gun­gen durch Lärm, Erschüt­te­run­gen und Staub befürch­ten. In einem von den Klä­ge­rin­nen ein­ge­lei­te­ten ers­ten Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes hat­te der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof 1 die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­gen gegen den U‑Bahn-Bau ange­ord­net, weil ins­be­son­de­re das Lärm­schutz­kon­zept feh­ler­haft sei. Die Stadt Nürn­berg plan­te dar­auf­hin das Vor­ha­ben um (Abrü­cken der Tras­se vom Pfle­ge­heim um wei­te­re 10 Meter, unter­ir­di­scher Tun­nel­bau, Lärm­schutz­wand für Bau­ar­bei­ten im Bereich des geplan­ten U‑Bahnhofs und Abde­ckung des west­li­chen Gru­ben­teils, Ein­satz beson­ders lärm­ar­mer Maschi­nen). Sie bean­trag­te, nach­dem die Regie­rung von Mit­tel­fran­ken dem geän­der­ten Vor­ha­ben am 17. August 2012 die Plan­fest­stel­lung erteilt hat­te, die Abän­de­rung des Gerichts­be­schlus­ses.

In sei­ner Ent­schei­dung hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof das Inter­es­se der Klä­ge­rin­nen an einem Auf­schub der Bau­ar­bei­ten auf­grund der zwi­schen­zeit­lich erfolg­ten Vor­ha­bens­än­de­run­gen kei­nen Vor­rang mehr vor dem Inter­es­se des Frei­staa­tes Bay­ern und der Stadt Nürn­berg am Voll­zug des Baus ein­ge­räumt. Der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss der Regie­rung von Mit­tel­fran­ken vom 17. August 2012 lei­de nach sum­ma­ri­scher Prü­fung vor­aus­sicht­lich nicht mehr an recht­li­chen Män­geln, die zu sei­ner Auf­he­bung oder zur Fest­stel­lung sei­ner Rechts­wid­rig­keit und Nicht­voll­zieh­bar­keit füh­ren und daher die Anord­nung der auf­schie­ben­den Wir­kung der Kla­gen recht­fer­ti­gen wür­den. Das der neu­en Plan­fest­stel­lung zu Grun­de lie­gen­de Lärm­schutz­kon­zept bezwe­cke einen gegen­über dem ursprüng­li­chen, unzu­rei­chen­den Kon­zept wesent­lich ver­bes­ser­ten Schutz des Pfle­ge­heims und sei­ner Bewoh­ner vor Bau­lärm. Auch dem Schutz von Men­schen in Gebäu­den vor Erschüt­te­run­gen und sekun­dä­rem Luft­schall wäh­rend der Bau­zeit wer­de aus­rei­chend Rech­nung getra­gen. Unab­än­der­li­che schwer­wie­gen­de Belas­tun­gen für die Klä­ge­rin­nen trä­ten dadurch, dass die auf­schie­ben­de Wir­kung besei­tigt und der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss voll­zieh­bar wer­de, nicht ein.

Der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat sei­nen Beschluss vom 4. Mai 2011 geän­dert und die Anträ­ge der Klä­ge­rin­nen auf Anord­nung der auf­schie­ben­den Wir­kung ihrer Kla­gen abge­lehnt.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. August 2013 – 22 AS 12.40064

  1. BayVGH, Beschluss vom 04.05.2011 – 22 AS 10.40045[]