Die ehe­ma­li­ge Müll­de­po­nie

Dem Eigen­tü­mer der Grund­stü­cke, auf denen der Land­kreis Vul­kan­ei­fel von 1975 bis 1984 die Zen­tral­de­po­nie Dohm-Lam­mers­dorf betrie­ben hat, steht kein Anspruch auf Erlass stren­ge­rer Sanie­rungs­auf­la­gen zu, ent­schied jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier.

Die ehe­ma­li­ge Müll­de­po­nie

Nach Still­le­gung der Depo­nie im Jah­re 1984 waren dem Klä­ger die betref­fen­den Grund­stücks­par­zel­len im Wege der Flur­be­rei­ni­gung auf Wunsch zuge­teilt wor­den. In der Fol­ge­zeit wur­de dort ein Dam­wild­ge­he­ge betrie­ben. Nach­dem zu Beginn des Jah­res 2003 meh­re­re Tie­re ver­en­det waren, gab der im Ver­fah­ren bei­gela­de­ne Land­kreis ein Gut­ach­ten zur Gefah­ren­be­ur­tei­lung in Auf­trag. Der Gut­ach­ter emp­fahl zur Ver­hin­de­rung der durch Set­zungs­ris­se ver­ur­sach­ten Methan­emis­sio­nen, das Gelän­de mit einer durch­gän­gi­gen Ober­flä­chen­ab­de­ckung von 50 cm zu ver­se­hen. Dar­auf­hin gab das beklag­te Land dem bei­gela­de­nen Land­kreis mit sei­tens des Klä­gers nicht ange­foch­te­ner Sanie­rungs­an­ord­nung vom Novem­ber 2004 auf, eine Flä­chen­ab­de­ckung mit min­des­tens 50 cm kul­tur­fä­hi­gen Boden vor­zu­neh­men. Im März 2006 bean­trag­te der Klä­ger ein selb­stän­di­ges Beweis­si­che­rungs­ver­fah­ren bezüg­lich der Aus­wir­kun­gen der Depo­nie auf den land­wirt­schaft­li­chen Betrieb. Der beauf­trag­te Gut­ach­ter gelang­te zu dem Ergeb­nis, dass für eine land­wirt­schaft­li­che Fol­ge­nut­zung eine durch­wur­zel­ba­re Boden­schicht von 150 bis 200 cm auf­ge­bracht wer­den müs­se. Den im Fol­gen­den gestell­ten Antrag des Klä­gers, eine Deck­schicht in die­ser Stär­ke auf­zu­brin­gen, lehn­te das Land ab.

Zu Recht, urteil­te jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier. Mit der Unan­fecht­bar­keit der Sanie­rungs­an­ord­nung vom Novem­ber 2004 sei das Sanie­rungs­kon­zept für die Betei­lig­ten ver­bind­lich fest­ge­legt wor­den. Um die­ses Ver­fah­ren erneut auf­grei­fen zu kön­nen, müss­ten bestimm­te, von Geset­zes wegen vor­ge­schrie­be­ne Grün­de vor­lie­gen, näm­lich ent­we­der eine geän­der­te Sach- und/​oder Rechts­la­ge oder aber neue Beweis­mit­tel. Dies sei jedoch nicht der Fall. Bereits bei Erlass der Sanie­rungs­an­ord­nung vom Novem­ber 2004 sei das Vor­han­den­sein der Set­zungs­ris­se bekannt gewe­sen. Auch eine Ände­rung in der Rechts­la­ge sei nicht ein­ge­tre­ten. Das im Beweis­si­che­rungs­ver­fah­ren in Auf­trag gege­be­ne Gut­ach­ten stel­le auch kein neu­es Beweis­mit­tel im Sin­ne der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts dar, da es kei­ne neu­en, sei­ner­zeit nicht bekannt gewe­se­nen Tat­sa­chen ver­wer­te, son­dern ledig­lich eine abwei­chen­de fach­li­che Bewer­tung der sei­ner­zeit bereits bekann­ten Tat­sa­chen vor­neh­me. Im Übri­gen ste­he der Erlass bestimm­ter Sanie­rungs­an­ord­nun­gen im Ermes­sen der zustän­di­gen Behör­de, wel­ches vom Beklag­ten in nicht zu bean­stan­den­der Wei­se aus­ge­übt wor­den sei.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 22. April 2010 – 5 K 611/​09.TR