Haus­ei­gen­tü­mer muss Nist­hil­fen für Mehl­schwal­ben anbrin­gen

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf hat eine Ord­nungs­ver­fü­gung des Ober­bür­ger­meis­ters der Stadt Duis­burg bestä­tigt, mit der er der Eigen­tü­me­rin eines Hau­ses in Duis­burg-Ruhr­ort auf­ge­ge­ben hat­te, künst­li­che Nist­hil­fen für Mehl­schwal­ben am Haus anzu­brin­gen.

Haus­ei­gen­tü­mer muss Nist­hil­fen für Mehl­schwal­ben anbrin­gen

An die­sem Haus, eben­so wie an einem Nach­bar­haus, im Bereich des Hafen­mun­des und an der Rhein­sei­te gele­gen, hat­te sich in der Ver­gan­gen­heit eine Kolo­nie Mehl­schwal­ben ange­sie­delt. Die von den Mehl­schwal­ben zurück­ge­las­se­nen Nes­ter waren besei­tigt wor­den. Wer die­se Nes­ter ent­fernt hat, ist unbe­kannt. Das Besei­ti­gen der Nes­ter ist nach den Vor­schrif­ten des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes ver­bo­ten. Des­halb erging die Anord­nung an die Grund­stücks­ei­gen­tü­me­rin, als Ersatz für die besei­tig­ten Nes­ter nun­mehr künst­li­che Nist­hil­fen für die im Früh­jahr zurück­keh­ren­den Vögel anzu­brin­gen. Gegen die­se Anord­nung wand­te sich die Haus­ei­gen­tü­me­rin mit ihrer Kla­ge, die das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf abge­wie­sen hat. In den Ent­schei­dungs­grün­den ver­wies das Gericht auf die Bedeu­tung des Natur­schut­zes für die Mehl­schwal­ben als euro­pä­isch geschütz­te Vogel­art. Die Ver­pflich­tung tref­fe die Klä­ge­rin auch unab­hän­gig davon, wer die Nes­ter besei­tigt habe, weil sie als Haus­ei­gen­tü­me­rin für die Wie­der­her­stel­lung ord­nungs­ge­mä­ßer Zustän­de auf ihrem Grund­stück ver­ant­wort­lich sei. Wegen der Eil­be­dürf­tig­keit der Sache – die Mehl­schwal­ben keh­ren Anfang Mai aus ihren Win­ter­quar­tie­ren zurück – hat das Gericht mit gleich­zei­ti­gem Beschluss auch die sofor­ti­ge Voll­zie­hung der behörd­li­chen Anord­nung bestä­tigt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 20. März 2009 – 25 K 64/​09 (und Beschluss vom 20. März 2009 – 25 L 8/​09)