Novel Food

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat ges­tern in Ers­ter Lesung über die Neu­reg­lung der "Novel-Food"-Ver­ord­nung abge­stimmt. Die Abge­ord­ne­ten spre­chen sich für stren­ge­re Bestim­mun­gen bei der Zulas­sung neu­ar­ti­ger Lebens­mit­tel wie Pro­duk­ten aus geklon­tem Fleisch und der Ver­wen­dung von Nano­tech­no­lo­gie aus. Unter den Begriff "Novel-Food" fal­len zahl­rei­che Lebens­mit­tel, die mit neu­ar­ti­gen Metho­den her­ge­stellt wur­den und der­zeit nur mar­gi­nal oder über­haupt nicht auf dem euro­päi­schen Markt ver­tre­ten sind. Dar­un­ter fal­len aller­dings auch Nah­rungs­mit­tel, die dem euro­päi­schen Ver­brau­cher unbe­kannt sind, wie bei­spiels­wei­se exo­ti­sche Spei­sen aus ande­ren Län­dern.

Novel Food

Dis­ku­tiert wer­den der­zeit aber vor allen Pro­duk­te aus geklon­ten Tie­ren sowie der Ein­satz von Nano­tech­no­lo­gie. Da gegen­wär­tig immer mehr die­ser neu­en Pro­duk­te auf den Markt drän­gen, deren Lang­zeit­fol­gen kaum erforscht sind, for­dert das Par­la­ment nun die Kom­mis­si­on auf, bei die­sen Pro­duk­ten, "ein hohes Niveau des Schut­zes der mensch­li­chen Gesund­heit (…) und gleich­zei­tig ein hohes Maß an Tier­ge­sund­heit und Umwelt­schutz" zu gewähr­leis­ten. Seit 1997 sind nach Anga­ben des EP über 100 Zulas­sun­gen von "Novel-Food" bean­tragt und mehr als 20 zuge­las­sen wor­den.

Ein­deu­tig spricht sich das Par­la­ment dafür aus, die Geneh­mi­gung für "Lebens­mit­tel, die aus geklon­ten Tie­ren und ihren Nach­kom­men gewon­nen wer­den" in einer Extra-Ver­ord­nung zu regeln. Bis zum Inkraft­tre­ten der Ver­ord­nung für Klon-Lebens­mit­tel soll­te nach Mei­nung des Par­la­men­tes aller­dings ein Mora­to­ri­um für die­se Pro­duk­te ver­hängt und damit kei­ne Neu­zu­las­sun­gen gebil­ligt wer­den. Bis jetzt gab es weder auf dem euro­päi­schen noch auf dem inter­na­tio­na­len Markt Pro­duk­te aus Klon-Fleisch.

Die Abge­ord­ne­ten stel­len zudem fest, dass für mit Hil­fe von Nano­tech­no­lo­gie her­ge­stell­te Lebens­mit­tel der­zeit kei­ne geeig­ne­ten Metho­den zur Risi­ko­be­wer­tung exis­tie­ren. Die Abge­ord­ne­ten wol­len Lebens­mit­tel mit Nano­ma­te­ria­li­en nicht in die Gemein­schafts­lis­te auf­neh­men, bis ent­spre­chen­de tier­freund­li­che und siche­re Bewer­tungs­me­tho­den gefun­den wur­den. Soll­ten der­ar­ti­ge Pro­duk­te den­noch auf den Markt kom­men, soll­ten die­se gekenn­zeich­net wer­den, for­dert das EP. Dabei sol­len Nano­ma­te­ria­li­en in der Lis­te der Inhalts­stof­fe ein­deu­tig auf­ge­führt wer­den. Das Wort "Nano" soll dann in Klam­mern neben dem Inhalts­stoff ste­hen.

Das Par­la­ment will der neu­en Ver­ord­nung zudem noch hin­zu­fü­gen, dass bei Zulas­sungs­ver­fah­ren von "Novel-Food"-Produkten auch ethi­sche und Umwelt­schutz-Aspek­te eine ent­schei­den­de Rol­le spie­len müs­sen. Die­se soll­ten von der Euro­päi­schen Umwelt­agen­tur und der Euro­päi­schen Grup­pe für Ethik, Natur­wis­sen­schaf­ten und neue Tech­no­lo­gi­en bewer­tet wer­den. Auch soll­ten Sicher­heits-Tests mit Tier­ver­su­chen nur als "letz­ter Aus­weg" durch­ge­führt wer­den. Zudem for­dern die Abge­ord­ne­ten die Kom­mis­si­on auf, Daten bzw. wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se eines Antrag­stel­lers für eine bestimm­te Zeit zu schüt­zen – mit Aus­nah­me von öffent­lich finan­zier­ten For­schungs­pro­jek­ten. Der Schutz sol­le auch nicht für wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se gel­ten, wenn die­se mit Hil­fe von Tier­ver­su­chen erlangt wur­den. Die Abge­ord­ne­ten votier­ten außer­dem dafür, unter bestimm­ten Umstan­den einer ver­ein­fach­te Zulas­sung statt zu geben.