Umwelt­in­for­ma­tio­nen und das Müns­te­ra­ner Del­phi­na­ri­um

Die Del­phi­na­ri­um Müns­ter GmbH ist nicht ver­pflich­tet, die Unter­la­gen über die ges­tern in die Nie­der­lan­de trans­por­tier­ten Del­fi­ne in Müns­ter zu behal­ten. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter hat einen ent­spre­chen­den Antrag des Wal- und Del­fin­schutz-Forums mit Sitz in Hagen auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung abge­lehnt.

Umwelt­in­for­ma­tio­nen und das Müns­te­ra­ner Del­phi­na­ri­um

Das Wal- und Del­fin­schutz-Forum strebt mit sei­ner Kla­ge im Haupt­sa­che­ver­fah­ren 1 die gericht­li­che Ver­ur­tei­lung der Del­phi­na­ri­um Müns­ter GmbH nach dem Umwelt­in­for­ma­ti­ons­ge­setz an, ihm die voll­stän­di­ge Ein­sicht­nah­me in die für jeden Del­fin geführ­ten Akten zu gewäh­ren, in denen Her­kunfts­da­ten, Ver­hal­tens­be­ob­ach­tun­gen, Ent­wick­lungs­pro­zes­se bei Jung­tie­ren und medi­zi­ni­sche Unter­su­chungs­er­geb­nis­se doku­men­tiert sind. Das Wal- und Del­fin­schutz-Forum befürch­tet, dass die Unter­la­gen wegen der geplan­ten Schlie­ßung des Del­phi­na­ri­ums Müns­ter und des Trans­ports der Del­fi­ne an einen ande­ren Ort nicht mehr ver­füg­bar sind.

Dem­ge­gen­über ent­schied das Gericht im vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren nun­mehr, das Del­phi­na­ri­um Müns­ter sei vor­aus­sicht­lich nicht ver­pflich­tet, den im Haupt­sa­che­ver­fah­ren erstreb­ten frei­en Infor­ma­ti­ons­zu­gang zu gewäh­ren. In den Grün­den des Beschlus­ses heißt es unter ande­rem:

Es spre­che zumin­dest Eini­ges dafür, dass die Antrags­geg­ne­rin mit dem Betrieb ihres Del­phi­na­ri­ums in Müns­ter kei­ne infor­ma­ti­ons­pflich­ti­ge Stel­le sei. Nach dem Umwelt­in­for­ma­ti­ons­ge­setz des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len sei­en Per­so­nen des Pri­vat­rechts dann infor­ma­ti­ons­pflich­tig, wenn sie öffent­li­che Auf­ga­ben wahr­näh­men oder öffent­li­che Dienst­leis­tun­gen ins­be­son­de­re der umwelt­be­zo­ge­nen Daseins­vor­sor­ge erbräch­ten und dabei der Kon­trol­le einer öffent­li­chen infor­ma­ti­ons­pflich­ti­gen Stel­le unter­lä­gen. Not­wen­dig sei hier­für eine beson­de­re Rechts­stel­lung, die die betref­fen­den Pri­vat­per­so­nen zu qua­si-staat­li­chen Trä­gern von Umwelt­be­lan­gen mach­ten. Dafür dürf­ten die Tätig­keit und die Pflich­ten­stel­lung der Antrags­geg­ne­rin nach Umfang und Inten­si­tät nicht aus­rei­chen. Gegen­stand des Unter­neh­mens sei das Hal­ten und Zur­schau­stel­len von Del­fi­nen sowie der Betrieb von Anla­gen aller Art zur Unter­hal­tung von Besu­chern und Tou­ris­ten. Die­se Situa­ti­on der Antrags­geg­ne­rin sei mit dem im Umwelt­in­for­ma­ti­ons­ge­setz genann­ten Fall der umwelt­be­zo­ge­nen Daseins­vor­sor­ge nicht ver­gleich­bar.

Ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter, Beschluss vom 5. Febru­ar 2012 – 1 L 12/​13

  1. VG Müns­ter – 1 K 75/​13[]