Urlaub mit und ohne Visum

Der Som­mer – und damit die Urlaubs­zeit kommt jedes Jahr immer wie­der plötz­lich. Wer in die­ser schöns­ten Jah­res­zeit ins Aus­land ver­rei­sen möch­te, legt natur­ge­mäß gro­ßen Wert auf unkom­pli­zier­te Rei­se­for­ma­li­tä­ten. Gera­de bei Fern­rei­sen außer­halb der EU ist oft­mals ein Visum not­wen­dig. Die damit ver­bun­de­ne Büro­kra­tie steht nicht sel­ten einer unge­trüb­ten Vor­freu­de auf die Rei­se ent­ge­gen. Bei einem geplan­ten Urlaub in die USA ist es z.B. mög­lich, ohne Visum ein­zu­rei­sen:

Urlaub mit und ohne Visum

Das Visa Wai­ver Pro­gramm (VWP). Auf­grund die­ses Pro­gramms besteht für berech­tig­te Bür­ger oder Staats­an­ge­hö­ri­ge bestimm­ter Länder(38 Län­der) die Mög­lich­keit, für Auf­ent­hal­te von bis zu 90 Tagen in die USA zu rei­sen, ohne vor­her ein Visum zu erhal­ten. Ver­wal­tet wird die­ses Pro­gramm für vis­um­frei­es Rei­sen vom Depart­ment of Home­land Secu­ri­ty (DHS). Gegrün­det wor­den ist das Visa Wai­ver Pro­gramm im Jahr 1986 und ent­wi­ckel­te sich zu einer umfas­sen­den Sicher­heits­part­ner­schaft mit vie­len der engs­ten Ver­bün­de­ten Ame­ri­kas. Ziel des VWP ist es, mit Hil­fe von viel­schich­ti­gen risi­ko­ba­sier­ten Fak­to­ren Ter­ro­ris­ten, Schwer­ver­bre­cher und ande­re mut­maß­li­che Akteu­re in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu ent­de­cken und zu ver­hin­dern. Die­ser Ansatz umfasst regel­mä­ßi­ge Risi­ko­be­wer­tun­gen auf natio­na­ler Ebe­ne, die sich auf die Aus­wir­kun­gen der Teil­nah­me jedes Pro­gramm­lan­des am VWP auf die natio­na­len Sicher­heits- und Straf­ver­fol­gungs­in­ter­es­sen der USA bezie­hen. Dazu gehört auch eine umfas­sen­de Über­prü­fung ein­zel­ner VWP-Rei­sen­der vor ihrer Abrei­se in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, bei der Ankunft in den US-ame­ri­ka­ni­schen Ein­rei­se­hä­fen und bei allen nach­fol­gen­den Flug­rei­sen inner­halb der Ver­ei­nig­ten Staa­ten.

Mit den "Durch­füh­rungs­emp­feh­lun­gen des 9/11-Kom­mis­si­ons­ge­set­zes von 2007" (9/11-Gesetz) wur­de § 217 des Immi­gra­ti­on and Natio­na­li­ty Act (INA) geän­dert, wonach das Depart­ment of Home­land Secu­ri­ty neben ande­ren Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Sicher­heit des VWP ein elek­tro­ni­sches Rei­se­ge­neh­mi­gungs­sys­tem, das "Elek­tro­nic Sys­tem for Tra­vel Aut­ho­ri­za­ti­on – ESTA" ein­ge­führt hat. ESTA fügt eine wei­te­re Sicher­heits­ebe­ne hin­zu, die es dem DHS ermög­licht, vor Rei­se­an­tritt zu bestim­men, ob eine Per­son berech­tigt ist, im Rah­men des VWP in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ein­zu­rei­sen, und ob die­se Rei­se ein Straf­ver­fol­gungs- oder Sicher­heits­ri­si­ko dar­stellt.

Bei der Ent­schei­dung über die Berech­ti­gung zur Rei­se in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten im Rah­men des Visa Wai­ver Pro­gramms dient die­ses Sys­tem zur Unter­stüt­zung. Die Vor­aus­set­zung für die Teil­nah­me am Visa Wai­ver Pro­gramm ist daher die Regis­trie­rung im Rah­men des elek­tro­ni­schen Rei­se­ge­neh­mi­gungs­sys­tems, des ESTAS. Die mit dem Antrag auf­ge­nom­me­nen Daten blei­ben für die Dau­er der jewei­li­gen ESTA-Geneh­mi­gung aktiv. Vom zustän­di­gen Minis­te­ri­um wer­den die Infor­ma­tio­nen für ein wei­te­res Jahr gespei­chert und dann zwölf Jah­re im Archiv auf­be­wahrt, sodass die Daten für straf­ver­fol­gungs- und ermitt­lungs­tech­ni­sche Zwe­cke abge­fragt wer­den kön­nen. Nach Abschluss eines ESTA-Antrags wird ein Rei­sen­der über sei­ne Berech­ti­gung infor­miert, im Rah­men des VWP in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu rei­sen.

Aktu­ell ist es Staats­an­ge­hö­ri­gen von 38 Län­dern mög­lich einen ESTA-Antrag zu stel­len. Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zählt eben­falls zu ihnen. Liegt eine ESTA-Rei­se­ge­neh­mi­gung vor, begrün­det das aber kei­nen Rechts­an­spruch auf Ein­rei­se in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten an einer Ein­rei­se­stel­le. Letzt­end­lich tref­fen in allen Fäl­len die Zoll- und Grenz­schutz­be­am­te an den Ein­rei­se­stel­len die Ent­schei­dung über die Ein­rei­se.

Die vis­um­freie Ein­rei­se in die USA per Flug­zeug oder Schiff ist an eini­ge Bedin­gun­gen geknüpft:

- Einen ESTA-Antrag kann jeder Staats­an­ge­hö­ri­ge eines der am Pro­gramm betei­lig­ten Län­der stel­len, unab­hän­gig vom Alter. So benö­ti­gen auch Min­der­jäh­ri­ge und Klein­kin­der ohne Visum die ESTA-Geneh­mi­gung.

- Wei­ter­hin ist ein gül­ti­ger Rei­se­pass (für die Dau­er des Auf­ent­halts) Vor­aus­set­zung. Kin­der­rei­se­päs­se, die nach dem 26. Okto­ber 2006 aus­ge­stellt oder ver­län­gert wur­den, und Kin­der­aus­wei­se rei­chen nicht aus.

- Die Rei­se in die USA erfolgt mit einem Trans­port­un­ter­neh­men, das ver­trag­lich an das Visa Wai­ver Pro­gramm ange­schlos­sen ist. Ist das nicht der Fall, wird ein Visum benö­tigt. Das gilt auch für die Ein­rei­se mit einem pri­va­ten Flug­zeug, Schiff oder einer Mili­tär­ma­schi­ne.

- Die vis­um­freie Ein­rei­se ist sowohl einem Tou­ris­ten als auch einem Geschäfts­rei­sen­den mög­lich.

- Die Dau­er der Rei­se darf 90 Tage nicht über­schrei­ten. Inner­halb die­ser Zeit­span­ne sind Rei­sen nach Kana­da, Mexi­ko und in die Kari­bik erlaubt. Die Rück­kehr in die USA kann dabei auf belie­bi­gem Weg statt­fin­den. An den Gren­zen ist der Nach­weis aus­rei­chen­der finan­zi­el­ler Mit­tel zu erbrin­gen, um den gesam­ten USA-Auf­ent­halt und die Rück­rei­se bezah­len zu kön­nen. Der Besitz eines Rück­flug- oder eines wei­ter­füh­ren­den Tickets (wei­ter­füh­ren­de Tickets dür­fen nicht in Kana­da, Mexi­ko oder der Kari­bik enden) wird nach­ge­wie­sen.

- Die ESTA-Rei­se­ge­neh­mi­gung wird für 2 Jah­re erteilt. Läuft der Pass des Rei­sen­den zeit­lich frü­her ab, so ver­liert auch die Genemi­gung ihre Gül­tig­keit.

- Liegt eine vis­um­freie Ein­rei­se­gen­emi­gung vor, besteht die­se für diver­se Rei­sen in die USA inner­halb des Gül­tig­keits­zeit­raums von 2 Jah­ren.

Anfang des Jah­res 2016 haben die Ver­ei­nig­ten Staa­ten begon­nen, im Rah­men des Geset­zes "Visa Wai­ver Pro­gram Impro­ve­ment and Ter­ro­rist Tra­vel Pre­ven­ti­on Act of 2015" Ände­run­gen des Pro­gramms für vis­um­frei­es Rei­sen umzu­set­zen. Danach ist es Rei­sen­den aus bestimm­ten Län­dern nicht mehr mög­lich, im Rah­men des Visa Wai­ver Pro­gramms in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ein­zu­rei­sen: So trifft das auf Staats­an­ge­hö­ri­ge von VWP-Län­dern zu, die am 1. März 2011 oder danach in den Irak, den Sudan, nach Iran, Syri­en, Liby­en, Soma­lia oder den Jemen ein­ge­reist sind oder sich dort auf­ge­hal­ten haben (mit weni­gen Aus­nah­men bei Rei­sen zu diplo­ma­ti­schen oder mili­tä­ri­schen Zwe­cken im Auf­trag eines VWP-Lan­des). Eben­so ergeht es Staats­an­ge­hö­ri­gen von VWP-Län­dern, die außer­dem die ira­ni­sche, ira­ki­sche, suda­ne­si­sche oder syri­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit besit­zen. Ab dem 21. Janu­ar 2016 haben die dama­li­gen aktu­el­len elek­tro­ni­schen Rei­se­ge­neh­mi­gun­gen von Rei­sen­den, die auf frü­he­ren ESTA-Anträ­gen ange­ge­ben hat­ten, dass sie als Dop­pel­staa­ter die Staats­an­ge­hö­rig­keit eines der vier oben auf­ge­führ­ten Län­der besit­zen, ihre Gül­tig­keit ver­lo­ren.