Ver­wei­ge­rung sub­si­diä­ren Schut­zes – und die Kla­ge

Gegen die Ver­wei­ge­rung einer Ent­schei­dung über die Gewäh­rung sub­si­diä­ren Schut­zes in Deutsch­land ist die Anfech­tungs­kla­ge die statt­haf­te Kla­ge­art.

Ver­wei­ge­rung sub­si­diä­ren Schut­zes – und die Kla­ge

Der Tenor des ange­foch­te­nen Beschei­des bezieht sich mit der Ableh­nung der Durch­füh­rung eines wei­te­ren Asyl­ver­fah­rens nur auf die Begeh­ren Asyl und Zuer­ken­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft, auf die sich nach dama­li­ger Rechts­la­ge ein "Asyl­an­trag" rich­te­te (vgl. § 13 Abs. 1 und 2 AsylG in der bis zum 30.11.2013 gel­ten­den Fas­sung). Das Bun­des­amt hat in den Grün­den des Beschei­des zugleich aber ent­schie­den, dass es zu den "euro­pa­recht­li­chen Abschie­bungs­ver­bo­ten" nach § 60 Abs. 2, 3 oder 7 Satz 2 Auf­en­thG a.F. kei­ne Ent­schei­dung zu tref­fen habe, weil die Asyl­be­wer­be­rin den euro­pa­recht­li­chen Schutz­sta­tus in Ita­li­en bereits erhal­ten habe.

Die­sem euro­pa­recht­li­chen Schutz­sta­tus ent­spricht nach aktu­el­ler Rechts­la­ge der sub­si­diä­re Schutz gemäß § 4 Abs. 1 AsylG. Die Ent­schei­dung des Bun­des­am­tes, des­sen Vor­aus­set­zun­gen nicht zu prü­fen, ist nach Inkraft­tre­ten des Inte­gra­ti­ons­ge­set­zes als Ent­schei­dung über die Unzu­läs­sig­keit eines Asyl­an­trags gemäß § 29 Abs. 1 AsylG anzu­se­hen, der nun­mehr auch den Antrag auf sub­si­diä­ren Schutz umfasst (§ 13 Abs. 1 und 2 AsylG in der seit 1.12 2013 gel­ten­den Fas­sung).

Eine der­ar­ti­ge Unzu­läs­sig­keits­ent­schei­dung ist nach der jün­ge­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts mit der Anfech­tungs­kla­ge anzu­grei­fen. Eine gericht­li­che Auf­he­bung der Unzu­läs­sig­keits­ent­schei­dung hat zur Fol­ge, dass das Bun­des­amt das Ver­fah­ren fort­füh­ren und eine Sach­ent­schei­dung tref­fen muss 1.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 21. Novem­ber 2017 – 1 C 40.16

  1. vgl. BVerwG, Urteil vom 14.12 2016 – 1 C 4.16, BVerw­GE 157, 18 Rn. 15 ff.; Beschlüs­se vom 01.06.2017 – 1 C 9.17 14 f.; und vom 02.08.2017 – 1 C 37.16, Rn.19[]