Wie­der­in­be­trieb­nah­me eines Schiffs­he­be­wer­kes

Die Gebrauchs­be­fug­nis der Bun­des­was­ser­stra­ßen ein­schließ­lich ihres Zube­hörs (hier des Schiffs­he­be­wer­kes) begrün­det kei­nen Anspruch auf Schaf­fung, Auf­recht­erhal­tung oder Ver­bes­se­rung der Was­ser­stra­ßen.

Wie­der­in­be­trieb­nah­me eines Schiffs­he­be­wer­kes

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt den Anspruch auf Wie­der­in­be­trieb­nah­me des Schiffs­he­be­wer­kes Mag­de­burg-Rothen­see in dem hier vor­lie­gen­den Fall abge­lehnt. Die Klä­ge­rin, die Mag­de­bur­ger Wei­ße Flot­te GmbH, war bereits vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg mit ihrem Anlie­gen nicht durch­ge­drun­gen 1.

Nun hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die­ses Urteil bestä­tigt. Nach § 5 Satz 1 des Bun­des­was­ser­stra­ßen­ge­set­zes darf Jeder­mann im Rah­men der Vor­schrif­ten des Schiff­fahrts­rechts ein­schließ­lich des Schiff­fahrt­ab­ga­ben­rechts sowie der Vor­schrif­ten die­ses Geset­zes die Bun­des­was­ser­stra­ßen mit Was­ser­fahr­zeu­gen befah­ren. Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts beinhal­tet das zwar eine (zulas­sungs­freie) Gebrauchs­be­fug­nis der Bun­des­was­ser­stra­ßen ein­schließ­lich ihres Zube­hörs – hier des Schiffs­he­be­wer­kes -. Die­se Gebrauchs­be­fug­nis begrün­det aber kei­nen Anspruch auf Schaf­fung, Auf­recht­erhal­tung oder Ver­bes­se­rung der Was­ser­stra­ßen; denn sowohl der Neu- und Aus­bau einer Bun­des­was­ser­stra­ße als auch deren Unter­hal­tung erfolgt allein im All­ge­mein­in­ter­es­se, nicht hin­ge­gen zur Erfül­lung von Indi­vi­dual­in­ter­es­sen. Die tat­säch­lich gege­be­ne Schiff­bar­keit einer Bun­des­was­ser­stra­ße ist mit­hin nur eine all­ge­mei­ne Gege­ben­heit, die die Mög­lich­keit des Befah­rens eröff­net, auf deren Fort­be­stand aber kein Anspruch besteht.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt ver­nein­te zudem die Not­wen­dig­keit des von den Klä­gern gefor­der­ten Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­rens, weil in der blo­ßen Außer­be­trieb­nah­me des Schiffs­he­be­wer­kes nicht die vom Gesetz gefor­dert Besei­ti­gung einer Bun­des­was­ser­stra­ße liegt (vgl. § 12 Abs. 2 Satz 2 WaStrG). Auch ist von einer wirk­sa­men Ent­wid­mung des Schiffs­he­be­wer­kes Mag­de­burg-Rothen­see aus­zu­ge­hen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 14. März 2012 – 1 L 123/​11

  1. VG Mag­de­burg, Urteil vom 07.07.2011 – 3 A 28/​09 MD[]