Abmahn­kos­ten des Buch­preis­treu­hän­ders

Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main dem Grun­de nach die Beru­fung gegen eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts Frank­furt am Main zurück­ge­wie­sen, mit der

Abmahn­kos­ten des Buch­preis­treu­hän­ders

Einem als Buch­preis­bin­dungs­treu­hän­der täti­gen Rechts­an­walt steht nch einem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main für von ihm aus­ge­spro­che­ne Abmah­nun­gen ein Ersatz­s­an­spruch hin­sicht­lich der Abmahn­kos­ten zu.

Geklagt hat­te ein Rechts­an­walt, der von Buch­ver­la­gen mit der Betreu­ung ihrer Preis­bin­dung beauf­tragt wor­den war. Mit der Kla­ge ver­lang­te er von dem Beklag­ten die Erstat­tung der Kos­ten einer Abmah­nung, die dadurch ver­an­lasst wur­de, dass der Beklag­te auf der Inter­net­platt­form Ama­zon ein Buch ein­stell­te. Dabei lag der von dem Beklag­ten ver­lang­te Preis unter dem fest­ge­setz­ten Laden­preis.

Das OLG Frank­furt stell­te fest, dass der Beklag­te gegen die Preis­bin­dung ver­sto­ßen habe, weil er geschäfts­mä­ßig neue Bücher an Letzt­ab­neh­mer ver­kauft habe, ohne den fest­ge­setz­ten Preis ein­zu­hal­ten. Die Fest­stel­lung geschäfts­mä­ßi­gen Han­delns des Beklag­ten sei gerecht­fer­tigt, weil die­ser im rele­van­ten Zeit­raum ins­ge­samt 39 Ange­bo­te bei Ama­zon ein­ge­stellt hat­te, was im pri­va­ten Ver­kehr unüb­lich sei.

Die Buch­preis­bin­dung bezie­he sich auf den ers­ten Ver­kauf von Büchern an Letzt­ab­neh­mer. Dem Zweck der gesetz­li­chen Rege­lung sei Genü­ge getan, wenn der Buch­han­del ein­mal am preis­ge­bun­de­nen Ent­gelt der ers­ten Ver­äu­ße­rung par­ti­zi­piert habe. Wer des­halb ein Buch geschenkt bekom­me, wel­ches der Schen­ker zuvor als End­ab­neh­mer in einer Buch­hand­lung erwor­ben habe, unter­lie­ge nicht mehr der Preis­bin­dung und kön­ne über das ihm geschenk­te Buch frei und belie­big ver­fü­gen. Sei­ne Behaup­tung, er habe das Buch in einem Preis­aus­schrei­ben gewon­nen, habe der Beklag­te aber nicht bewei­sen kön­nen. Es habe daher nicht ent­schie­den wer­den müs­sen, ob das Buch auch in die­sem Fall noch der Preis­bin­dung unter­le­gen hät­te.

Abge­än­dert hat das Ober­lan­des­ge­richt jedoch das vor­aus­ge­hen­de Urteil des erst­in­stanz­lich mit dem Rechts­streit befass­ten Land­ge­richts Wies­ba­den hin­sicht­lich der Höhe der gel­tend gemach­ten Abmahn­kos­ten. Wäh­rend das Land­ge­richt den von dem kla­gen­den Rechts­an­walt ver­lang­ten Auf­wen­dungs­er­satz in Höhe einer Geschäfts­ge­bühr nach RVG – näm­lich rund 1.100,- € zuge­spro­chen hat­te, begrenzt das OLG Frank­furt die Abmahn­kos­ten auf eine Auf­wands­pau­scha­le von 203,- €.

Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main, Urteil vom 8. Dezem­ber 2009 – 11 U 72/​07