Der Traum vom eige­nen Haus

Die eig­nen vier Wän­de bedeu­ten für die meis­ten Men­schen Rück­zugs­ort, Sicher­heit und Unab­hän­gig­keit. Kaum eine Geld­an­la­ge ist mit so vie­len Gefüh­len ver­bun­den, wie der Kauf einer Woh­nung oder eines Hau­ses. Doch bevor die Umzugs­kar­tons gepackt wer­den kön­nen, gilt es eini­ge wich­ti­ge Punk­te zu beach­ten. Beson­ders die Finan­zie­rung kann zuwei­len sehr ris­kant sein.

Der Traum vom eige­nen Haus

Wer heu­te einen Kre­dit auf­neh­men möch­te, der pro­fi­tiert von nied­ri­gen Zin­sen und güns­ti­gen Kon­di­tio­nen, doch eini­ge ver­meint­lich güns­ti­ge Kre­di­te haben ihre Tücken. Beson­ders Anle­ger mit wenig Eigen­ka­pi­tal müs­sen das Klein­ge­druck­te der Dar­le­hens­ver­trä­ge sehr genau lesen. Eini­ge Ban­ken wer­ben mit Zin­sen unter der Zwei-Pro­zent-Mar­ke und einer gerin­gen Eigen­ka­pi­tal­leis­tung. Das klingt ver­lo­ckend, denn die Bot­schaft ver­mit­telt: Wer sich dem Traum vom Eigen­heim erfül­len möch­te, der kann das güns­tig und ein­fach rea­li­sie­ren. Oft hän­gen die nied­ri­gen Zin­sen aber an einem Haken, denn sie sind meis­tens nur für weni­ge Jah­re garan­tiert. Ist der Garan­tie­zeit­raum abge­lau­fen, kön­nen die Kre­dit­zin­sen deut­lich höher aus­fal­len. Exper­ten raten daher auf eine Zins­fest­schrei­bung über den gesam­ten Finan­zie­rungs­zeit­raum zu ach­ten. Auch bei der Til­gung kön­nen Haus­käu­fer in die Finan­zie­rungs­fal­le tre­ten, denn wer zu Beginn nur wenig tilgt, zahlt am Ende mehr Zin­sen auf den Gesamt­kre­dit.

Wert­ermitt­lung der Immo­bi­lie

Ein wei­te­rer Risi­ko­be­reich beim Kauf einer Immo­bi­lie ist die rich­ti­ge Wert­ermitt­lung. Denn ein Kauf­preis von 500.000 Euro garan­tiert noch nicht, dass das Wunsch­ob­jekt auch die­sem reel­len Wert ent­spricht. Online las­sen sich ers­te Schät­zun­gen über den tat­säch­li­chen Wert ermit­teln, Anle­ger, die auf Num­mer sicher gehen wol­len, soll­ten aller­dings auf pro­fes­sio­nel­le Anbie­ter zurück­grei­fen.

Um den Ver­kehrs­wert einer Immo­bi­lie zu ermit­teln, kön­nen ver­schie­de­ne Wert­ermitt­lungs­ver­fah­ren ange­wen­det wer­den. Bestimmt wird die­ser Wert mit den Ver­hält­nis­sen, die am Stich­tag der Wert­ermitt­lung auf dem Grund­stücks­markt vor­herr­schen. Der Sach­ver­stän­di­ge wen­det bei ver­mie­te­ten Häu­sern und Eigen­tums­woh­nun­gen das Ver­gleichs­wert­ver­fah­ren an, wird das Objekt selbst genutzt, wird das Sach­wert­ver­fah­ren ange­wen­det. Han­delt es sich bei der Immo­bi­lie um ein Mehr­fa­mi­li­en­haus oder ein gewerb­lich genutz­tes Objekt, kommt das Ertrags­wert­ver­fah­ren zum Ein­satz, wird die Immo­bi­lie als Inves­ti­ti­on gekauft, kann das Resi­du­al­wert­ver­fah­ren ange­wen­det wer­den.

Recht­li­che Aspek­te beim Immo­bi­li­en­kauf
Wer eine Immo­bi­lie kauft, der hat neben dem typi­schen Rech­ten aus einem Kauf­ver­trag auf eini­ge Pflich­ten. Des­halb ist jeder Immo­bi­li­en-Kauf­ver­trag in Anwe­sen­heit und mit der Abseg­nung eines Notars ver­bun­den. Haus­käu­fer, die auf Num­mer sicher gehen möch­ten, soll­ten den Kauf­ver­trag vor der Unter­zeich­nung von einem Anwalt abseg­nen las­sen.

Neben der Auf­las­sung wer­den in einem Kauf­ver­trag auch die Eigen­tums­über­tra­gung und die Über­tra­gung des Grund­stücks im Grund­buch gere­gelt. Mit Unter­zeich­nung des Kauf­ver­tra­ges gehen Las­ten und Risi­ken bereits auf den Käu­fer über. Wird die Woh­nung oder das Haus durch Umwelt­ein­flüs­se oder ande­re Fak­to­ren nach­träg­lich beschä­digt, trägt der Käu­fer das Risi­ko. Auch die Ver­pflich­tung zur Zah­lung des Kauf­prei­ses, der Grund­er­werb­steu­er und der ent­stan­de­nen Notar­kos­ten ent­steht sofort nach der Unter­zeich­nung.

Doch auch der Ver­käu­fer hat Pflich­ten, die er vor und nach dem Notar­ter­min erfül­len muss. Dazu gehö­ren vor allem die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten hin­sicht­lich der Beschaf­fen­heit einer Immo­bi­lie, bei­spiels­wei­se die Sozi­al­bin­dung einer Woh­nung, wenn das Haus oder die Woh­nung zur Ver­mie­tung erwor­ben wird. Bestehen zum Kauf­zeit­punkt Rechts­strei­tig­kei­ten im Zusam­men­hang mit der Immo­bi­lie, muss der Ver­käu­fer die­se offen legen. Sind im Kauf­ver­trag Haf­tungs­aus­schlüs­se gere­gelt, soll­te der Käu­fer einen Anwalt zur Prü­fung die­ser Rege­lung zu Rate zie­hen.

Ganz egal ob eine Immo­bi­lie als Alters­vor­sor­ge oder zur Ver­mie­tung ange­schafft wird, poten­ti­el­le Käu­fer soll­ten sich vor Abschluss des Ver­tra­ges gegen alle Risi­ken in Sachen Finan­zie­rung und Ver­trags­ab­schluss absi­chern oder einen Fach­an­walt für Immo­bi­li­en­recht in den Kauf­pro­zess ein­bin­den.