Scha­dens­recht­li­chen Rück­ab­wick­lung einer mit­tel­ba­ren Fonds­be­tei­li­gung

Im Fal­le der scha­dens­recht­li­chen Rück­ab­wick­lung einer mit­tel­ba­ren Fonds­be­tei­li­gung muss der geschä­dig­te Kapi­tal­an­le­ger dem Schä­di­ger als Zug um Zug zu gewäh­ren­de Leis­tung (ledig­lich) die Abtre­tung sei­ner Rech­te aus der Betei­li­gung bzw. dem Treu­hand­ver­trag anbie­ten.

Scha­dens­recht­li­chen Rück­ab­wick­lung einer mit­tel­ba­ren Fonds­be­tei­li­gung

Besteht die Kapi­tal­an­la­ge – wie hier – in der Rechts­po­si­ti­on als Treu­hand­kom­man­di­tist, genügt es nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, wenn der Geschä­dig­te im Rah­men des gel­tend gemach­ten Scha­dens­er­satz­an­spruchs als Zug um Zug zu gewäh­ren­de Leis­tung die Abtre­tung sämt­li­cher Rech­te aus der Betei­li­gung bzw. dem Treu­hand­ver­trag anbie­tet 1. Denn das Gegen­recht des Schä­di­gers kann sich nur auf die Rechts­po­si­ti­on bezie­hen, die der geschä­dig­te Kapi­tal­an­le­ger auf­grund der Zeich­nung der – mit­tel­ba­ren oder unmit­tel­ba­ren – Fonds­be­tei­li­gung erwor­ben hat 2.

Dies gilt auch dann, wenn die Über­tra­gung der Fonds­an­tei­le von der Zustim­mung Drit­ter abhän­gig ist 3. Etwai­ge gesell­schafts­recht­li­che Schwie­rig­kei­ten bei der Über­tra­gung der Fonds­be­tei­li­gung des Klä­gers auf die Beklag­te ste­hen der ange­ord­ne­ten Zug-um-Zug­Leis­tung nicht ent­ge­gen. Die­se Schwie­rig­kei­ten fal­len in den Risi­ko­be­reich des scha­dens­er­satz­pflich­ti­gen Bank und nicht in den­je­ni­gen des geschä­dig­ten Kapi­tal­an­le­gers 4.

Aus den vor­ge­nann­ten Grün­den muss auch der Annah­me­ver­zug der Bank fest­ge­stellt wer­den. Der Kapi­tal­an­le­ger hat der Bank die Abtre­tung sei­ner Rech­te aus der Fonds­be­tei­li­gung bzw. dem Treu­hand­ver­trag ange­bo­ten. Dies genügt 5.

Der Kapi­tal­an­le­ger kann mit­hin Scha­dens­er­satz und Frei­stel­lung von sei­ner Dar­le­hens­ver­bind­lich­keit Zug um Zug gegen Abga­be eines Ange­bots auf Abtre­tung sei­ner Rech­te aus der treu­hän­de­risch gehal­te­nen Fonds­be­tei­li­gung ver­lan­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Juli 2012 – XI ZR 272/​10

  1. vgl. BGH, Urteil vom 07.12.2009 – II ZR 15/​08, WM 2010, 262 Rn. 29; Beschlüs­se vom 06.07.2010 – XI ZB 40/​09, WM 2010, 1673 Rn. 14 und vom 20.12.2011 – XI ZR 295/​11[]
  2. BGH, Beschluss vom 06.07.2010 – XI ZB 40/​09, WM 2010, 1673 Rn. 14[]
  3. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 28.11.2007 – III ZR 214/​06; vom 06.07.2010 – XI ZB 40/​09, WM 2010, 1673 Rn. 14; und vom 20.12.2011 – XI ZR 295/​11, mwN[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 08.05.2012 – XI ZR 286/​11, mwN[]
  5. vgl. BGH, Urteil vom 07.12.2009 – II ZR 15/​08, WM 2010, 262 Rn. 29; und Beschluss vom 20.12.2011 – XI ZR 295/​11[]