Vital­pil­ze

Eine gesund­heits­be­zo­ge­ne Anga­be im Sin­ne von Art. 2 Abs. 2 Nr. 5 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1924/​2006 liegt auch dann vor, wenn die Anga­be man­gels Bestimmt­heit nicht zulas­sungs­fä­hig im Sin­ne des Art. 13 Abs. 1 der Ver­ord­nung ist und daher eine unspe­zi­fi­sche Anga­be im Sin­ne des Art. 10 Abs. 3 der Ver­ord­nung dar­stellt.

Vital­pil­ze

Solan­ge die Lis­ten nach Art. 13 und 14 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1924/​2006 noch nicht erstellt sind, kann Art. 10 Abs. 3 der Ver­ord­nung nicht voll­zo­gen wer­den.

Das Vor­lie­gen der in Art. 10 Abs. 1 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1924/​2006 genann­ten Vor­aus­set­zun­gen für die Zuläs­sig­keit einer auf spe­zi­fi­sche Vor­tei­le bezo­ge­nen gesund­heits­be­zo­ge­nen Anga­be muss vom Ver­wen­der dar­ge­legt und im Bestrei­tens­fall bewie­sen wer­den. Auf die Über­gangs­re­ge­lun­gen in Art. 28 der Ver­ord­nung kommt es in die­sem Zusam­men­hang nicht an.

An den vom Ver­wen­der gemäß Art. 5 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 1924/​2006 zu füh­ren­den Wirk­sam­keits­nach­weis sind nicht die­sel­ben Anfor­de­run­gen zu stel­len wie an den Nach­weis der Wirk­sam­keit eines Arz­nei­mit­tels oder einer bilan­zier­ten Diät.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Janu­ar 2013 – I ZR 5/​12