Zahn­bleaching durch die selb­stän­di­ge Zahn­arzt­hel­fe­rin

Einer Zahn­arzt­hel­fe­rin ist es unter­sagt, in ihrem eige­nen Zahn­kos­me­tik­stu­dio Zahn­rei­ni­gung mit­tels "Air­flow" sowie Zahn­bleachings als selbst­stän­di­ge gewerb­li­che Tätig­keit ohne Zusam­men­wir­ken mit einem Zahn­arzt anzu­bie­ten.

Zahn­bleaching durch die selb­stän­di­ge Zahn­arzt­hel­fe­rin

In einem jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main ent­schie­de­nen Fall hat­te die Lan­des­zahn­ärz­te­kam­mer Hes­sen geklagt, die der Ansicht ist, die Beklag­te übe in ihrem Stu­dio durch die­se Tätig­kei­ten Zahn­heil­kun­de aus, was nach dem Gesetz über die Aus­übung der Zahn­heil­kun­de (ZHG) den Zahn­ärz­ten vor­be­hal­ten sei. Die beklag­te aus­ge­bil­de­te Zahn­arzt­hel­fe­rin, die haupt­be­ruf­lich bei einem Zahn­arzt ange­stellt ist und das Zahn­kos­me­tik­stu­dio seit eini­gen Jah­ren zusätz­lich betreibt, ist der Mei­nung, bei den von ihr ange­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen han­de­le es sich um rein kos­me­ti­sche Anwen­dun­gen.

Wäh­rend das in ers­ter Instanz zustän­di­ge Land­ge­richt Frank­furt am Main die Kla­ge abge­wie­sen hat­te 1, sah das in der Beru­fung ange­ru­fe­ne Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main die Kla­ge als begrün­det an und änder­te das Urteil des Land­ge­richts ab. Hier­nach ist es der Zahn­arzt­hel­fe­rin nun­mehr ver­bo­ten, ohne Zusam­men­wir­ken mit einem Zahn­arzt Zahn­bleachings vor­zu­neh­men, es sei denn das Bleaching erfolgt mit sog. "Mass­mar­ket-Pro­duk­ten", bei denen der Was­ser­stoff­per­oxid­ge­halt 6 % nicht über­steigt. Dar­über hin­aus ist es der Zahn­arzt­hel­fe­rin unter­sagt, selbst­stän­dig – also ohne Zusam­men­wir­ken mit einem Zahn­arzt – Zahn­rei­ni­gun­gen mit­tels eines Was­ser­pul­ver­strahl­ge­räts ("Air­flow") vor­zu­neh­men.

Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main, Urteil vom 1. März 2012 – 6 U 264/​10

  1. LG Frank­furt am Main, Urteil vom 29.10.2010 – 3-12 O 31/​10[]