Baum­schau

Der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ist ver­pflich­tet, zwei­mal im Jahr – in belaub­tem und unbe­laub­tem Zustand – eine Sicht­prü­fung der auf sei­nem Grund­stück ste­hen­den Bäu­me durch­zu­füh­ren. Die­se sog. Baum­schau muss dabei durch einen Fach­mann durch­ge­führt wer­den, der eine Baum­schä­di­gung erken­nen kann.

Baum­schau

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Mag­de­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Eigen­tü­mer eines Bau­mes dazu ver­pflich­tet, den Scha­den zu erstat­ten, der durch den her­ab­fal­len­den Baum ent­stan­den ist. Am 23. Juli 2009 stürz­te auf dem Hof des im Eigen­tum der Beklag­ten ste­hen­den Grund­stücks in Qued­lin­burg eine Zit­ter­pap­pel auf den dort par­ken­den PKW des Klä­gers und zer­stör­te die­sen. Der Besit­zer des PKWs ver­langt den Scha­den an sei­nem Wagen in Höhe von 6.000,- Euro von dem Grund­stücks­ei­gen­tü­mer erstat­tet.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Mag­de­burg muss der Eigen­tü­mer eines Bau­mes zwei­mal im Jahr in belaub­tem und unbe­laub­tem Zustand eine Sicht­prü­fung des Bau­mes durch­füh­ren, die soge­nann­te „Baum­schau“. Hier­bei wird geprüft, ob der Baum äußer­lich krank ist oder Schä­den hat. Die Baum­schau muss dabei durch einen Fach­mann durch­ge­führt wer­den, der auch erken­nen kann, ob der Baum geschä­digt ist.

Nicht aus­rei­chend ist es, wenn wie im hier ent­schie­de­nen Fall, die Baum­schau durch einen Nicht­fach­mann erfolgt. Der durch das Land­ge­richt bestell­te Sach­ver­stän­di­ge hat inso­weit fest­ge­stellt, dass die Pap­pel Vor­schä­di­gun­gen auf­wies, die einem Fach­mann auf­ge­fal­len wären.

Damit haf­tet der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer, auf des­sen Grund­stück der Baum steht.

Land­ge­richt Mag­de­burg, Urteil vom 26. April 2012 – 9 O 757/​10

  1. vgl. BVerfGE 61, 82, 101 ff.; 143, 246, 313 f. Rn. 187 ff.[]