Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung per Urteil

Ein Urteil, das den Beklag­ten dazu ver­ur­teilt, die Ein­tra­gung eines beschränk­ten ding­li­chen Rechts in das Grund­buch zu bewil­li­gen, muss das ein­zu­tra­gen­de Recht voll­stän­dig bezeich­nen.

Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung per Urteil

Das Grund­buch­amt kann im Wege der Aus­le­gung des Urteils­te­nors den Man­gel feh­len­der Bestimmt­heit der Ent­schei­dung – wie eine feh­len­de Fest­le­gung des Typs des ein­zu­tra­gen­den ding­li­chen Rechts – nicht behe­ben.

Ein Ein­tra­gungs­an­trag ist zurück­zu­wei­sen, wenn die erfor­der­li­che Bewil­li­gung des Betrof­fe­nen (§ 19 GBO) feh­ler­haft ist, weil sie nicht den für eine Ein­tra­gung in das Grund­buch erfor­der­li­chen Inhalt hat [1].

Soll das Grund­stück des Betrof­fe­nen mit einem ding­li­chen Recht belas­tet wer­den, ist das ein­zu­tra­gen­de Recht voll­stän­dig zu bezeich­nen [2], weil die Bewil­li­gung des Betrof­fe­nen nach § 19 GBO Art, Inhalt und Umfang der von ihm gestat­te­ten Ein­tra­gung bestimmt. Das Grund­buch­amt muss zudem anhand der Bewil­li­gung ent­schei­den kön­nen, ob es sich um ein ein­tra­gungs­fä­hi­ges Recht mit einem ein­tra­gungs­fä­hi­gen Inhalt han­delt [3].

Nichts ande­res gilt für ein Urteil des Pro­zess­ge­richts, das den Beklag­ten zur Abga­be einer Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung ver­ur­teilt und nach Ein­tritt der Rechts­kraft die für die Ein­tra­gung nach § 19 GBO erfor­der­li­che Bewil­li­gung ersetzt [4]. Der Inhalt eines nach § 894 ZPO zu voll­stre­cken­den Urteils muss den­sel­ben Anfor­de­run­gen ent­spre­chen, wel­che die Grund­buch­ord­nung an die nach § 19 GBO von dem Betrof­fe­nen abzu­ge­ben­de Ein­tra­gungs­be­wil­li­gung stellt [5].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Novem­ber 2011 – V ZB 58/​11

  1. KEHE/​Herrmann, GBO, 6. Aufl., § 18 Rn. 27; Hügel/​Zeiser, GBO, 2. Aufl., § 18 Rn. 17; Meikel/​Bött­cher, GBO, 10. Aufl., § 18 Rn. 36[]
  2. Dem­har­ter, GBO, 27. Aufl., § 19 Rn. 34; Hügel/​Holzer, GBO, 2. Aufl., § 19 Rn. 35; KEHEMun­zig, GBO, 6. Aufl., § 19 Rn. 39; Meikel/​Böttcher, GBO, 10. Aufl., § 19 Rn. 113[]
  3. Meikel/​Böttcher, aaO[]
  4. vgl. BGH, Urtei­le vom 16.03.1984 – V ZR 206/​82, BGHZ 90, 323, 327 und vom 21.02.1986 – V ZR 246/​84, NJW 1986, 1867, 1868[]
  5. vgl. BGH, Urteil vom 24.04.1987 – V ZR 228/​85, NJW 1988, 415, 416[]