Notar­kos­ten­be­schwer­de­ver­fah­ren – und die Kos­ten­tra­gungs­pflicht des Notars

Nach § 130 Abs. 3 GNotKG i.V.m. § 81 Abs. 1 Sät­ze 1 und 2 FamFG kann das Gericht die Kos­ten des Ver­fah­rens nach bil­li­gem Ermes­sen den Betei­lig­ten ganz oder zum Teil auf­er­le­gen oder anord­nen, dass von der Erhe­bung der Kos­ten abzu­se­hen ist.

Notar­kos­ten­be­schwer­de­ver­fah­ren – und die Kos­ten­tra­gungs­pflicht des Notars

Dabei ist der erst­in­stanz­li­che Antrag auf Über­prü­fung der Kos­ten­be­rech­nung des Notars für die Betei­lig­ten kos­ten­frei, weil das Gesetz hier­für kei­nen Kos­ten­tat­be­stand vor­sieht [1].

Im hier ent­schie­de­nen Fall hat das Beschwer­de­ge­richt aus­ge­spro­chen, dass das Ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt gebüh­ren­frei ist und hat dem Notar die gericht­li­chen Kos­ten des Beschwer­de­ver­fah­rens sowie die außer­ge­richt­li­chen Kos­ten der Antrag­stel­ler im Antrags­ver­fah­ren und im Beschwer­de­ver­fah­ren auf­er­legt [2]. Die­se Ent­schei­dung ließ für den Bun­des­ge­richts­hof kei­ne Ermes­sens­feh­ler erken­nen:

Der Notar hat mit sei­ner feh­ler­haf­ten Kos­ten­be­rech­nung Anlass für das erst- und zweit­in­stanz­li­che Ver­fah­ren gege­ben, was es recht­fer­tigt, ihm die Ver­fah­rens­kos­ten – soweit sol­che anfal­len – und die außer­ge­richt­li­chen Kos­ten der Kos­ten­schuld­ner und Antrag­stel­ler bzw. Beschwer­de­füh­rer auf­zu­er­le­gen.

Soweit der Notar mit der Rechts­be­schwer­de gel­tend macht, er sei mit sei­ner Kos­ten­be­rech­nung einer Rechts­auf­fas­sung gefolgt, die der Bezirks­re­vi­sor in einer Stel­lung­nah­me ver­tre­ten habe, führt dies, anders als im Fall der Anwei­sung der vor­ge­setz­ten Dienst­be­hör­de, ein Rechts­mit­tel ein­zu­le­gen (vgl. § 130 Abs. 2 GNotKG), nicht dazu, dass zwin­gend davon abzu­se­hen wäre, dem Notar Ver­fah­rens­kos­ten auf­zu­er­le­gen.

Die Kos­ten­ent­schei­dung für die Rechts­be­schwer­de ergab sich aus § 130 Abs. 2 Satz 3 und 4 GNotKG. Der Notar wur­de durch sei­ne vor­ge­setz­te Dienst­be­hör­de ange­wie­sen, die Rechts­be­schwer­de zu erhe­ben. Fol­ge des­sen ist nach § 130 Abs. 2 Sät­ze 3 und 4 GNotKG, dass Gerichts­kos­ten für das Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren nicht erho­ben wer­den und in die­sem Ver­fah­ren etwa ent­stan­de­ne außer­ge­richt­li­chen Kos­ten der Kos­ten­schuld­ner der Lan­des­kas­se – hier des Lan­des Nie­der­sa­chen – auf­zu­er­le­gen sind [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Janu­ar 2020 – V ZB 70/​19

  1. vgl. Korintenberg/​Sikora, GNotKG, 20. Aufl., § 127 Rn. 52[]
  2. OLG Cel­le, Beschluss vom 10.04.2019 – 2 W 88/​19[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 16.11.2017 – V ZB 124/​17, DNotZ 2018, 547 Rn.19 zu den Kos­ten eines Beschwer­de­ver­fah­rens[]