Pati­en­ten­auf­klä­rung per Tele­fon

Genügt eine tele­fo­ni­sche Auf­klä­rung über die Risi­ken einer Anäs­the­sie bei einer ansons­ten ein­fa­chen Ope­ra­ti­on zwei Tage vor dem Ein­griff den Anfor­de­run­gen der Recht­spre­chung an ein "ver­trau­ens­vol­les Auf­klä­rungs­ge­spräch zwi­schen Arzt und Pati­ent", ins­be­son­de­re, wenn der Arzt unmit­tel­bar vor der Ope­ra­ti­on noch­mals aus­drück­lich nach­fragt, ob noch Unklar­hei­ten bestehen oder Fra­gen offen sind? Nach einem Urteil des Bun­des­ge­richts­hof ja:

Pati­en­ten­auf­klä­rung per Tele­fon

In ein­fach gela­ger­ten Fäl­len kann der Arzt den Pati­en­ten grund­sätz­lich auch in einem tele­fo­ni­schen Gespräch über die Risi­ken eines bevor­ste­hen­den Ein­griffs auf­klä­ren, wenn der Pati­ent damit ein­ver­stan­den ist.

Grund­sätz­lich kann sich der Arzt in ein­fach gela­ger­ten Fäl­len auch in einem tele­fo­ni­schen Auf­klä­rungs­ge­spräch davon über­zeu­gen, dass der Pati­ent die ent­spre­chen­den Hin­wei­se und Infor­ma­tio­nen ver­stan­den hat. Ein Tele­fon­ge­spräch gibt ihm eben­falls die Mög­lich­keit, auf indi­vi­du­el­le Belan­ge des Pati­en­ten ein­zu­ge­hen und even­tu­el­le Fra­gen zu beant­wor­ten 1. Dem Pati­en­ten bleibt es unbe­nom­men, auf einem per­sön­li­chen Gespräch zu bestehen. Han­delt es sich dage­gen um kom­pli­zier­te Ein­grif­fe mit erheb­li­chen Risi­ken, wird eine tele­fo­ni­sche Auf­klä­rung regel­mä­ßig unzu­rei­chend sein.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Juni 2010 – VI ZR 204/​09

  1. vgl. BGHZ 144, 1, 13[]