Wie­der­ein­set­zungs­an­trag – und die nach­ge­scho­be­nen Tat­sa­chen

Nach § 234 Abs. 1, § 236 Abs. 2 ZPO müs­sen alle Tat­sa­chen, die für die Gewäh­rung der Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand von Bedeu­tung sein kön­nen, inner­halb der maß­geb­li­chen Antrags­frist vor­ge­tra­gen wer­den.

Wie­der­ein­set­zungs­an­trag – und die nach­ge­scho­be­nen Tat­sa­chen

Ledig­lich erkenn­bar unkla­re oder ergän­zungs­be­dürf­ti­ge Anga­ben, deren Auf­klä­rung nach § 139 ZPO gebo­ten gewe­sen wäre, dür­fen nach Frist­ab­lauf erläu­tert oder ver­voll­stän­digt wer­den.

Spä­ter nach­ge­scho­be­ne Tat­sa­chen, die nicht der Erläu­te­rung oder Ergän­zung frist­ge­recht gel­tend gemach­ter Wie­der­ein­set­zungs­vor­aus­set­zun­gen die­nen, müs­sen unbe­rück­sich­tigt blei­ben 1.

Etwas ande­res kann nur dann gel­ten, wenn der Vor­trag eine Lücke ent­hielt, die auf Hin­weis der Gegen­sei­te noch nach­träg­lich hät­te besei­tigt wer­den kön­nen 2. Dies ist aber regel­mä­ßig nicht der Fall, wenn es sich bei der im Wie­der­ein­set­zungs­schrift­satz ent­hal­te­nen Begrün­dung des Wie­der­ein­set­zungs­an­trags um eine geschlos­se­ne Sach­ver­halts­dar­stel­lung han­delt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Novem­ber 2016 – I ZB 29/​16

  1. BGH, Beschluss vom 12.05.1998 – VI ZB 10/​98, NJW 1998, 2678, 2679; Beschluss vom 05.10.1999 – VI ZB 22/​99, NJW 2000, 365, 366; BGH, NJW-RR 2016, 507 Rn. 11[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 05.10.1999 – VI ZB 22/​99, NJW 2000, 365, 366[]