Bon­ner Drei­ge­stirn?

Das Bon­ner Land­ge­richt hat­te über einen Eil­an­trag eines anony­men Kar­ne­vals­freun­des zu ent­schei­den. Die­ser begehr­te die Erwei­te­rung des Bon­ner Prin­zen­paa­res zu einem Drei­ge­stirn. Die "11. außer­or­dent­li­che Zivil­kam­mer" sah sich unter dem Vor­sitz der Land­ge­richts­prä­si­den­tin gezwun­gen, zwi­schen dem Prin­zen­paar (Prinz Chris­toph I. und Bon­na Karin IV.) und der Erwei­te­rung zum Drei­ge­stirn durch einen Bau­ern zu ent­schei­den. Der anony­me Kar­ne­vals­freund, der sel­ber die Rol­le des Bau­ern über­neh­men woll­te, wur­de ver­tre­ten durch den Vor­sit­zen­den des Bon­ner Anwalt­ver­eins.

Bon­ner Drei­ge­stirn?

In der Erwei­te­rung zum Drei­ge­stirn sahen Prinz Chris­toph I. und Bon­na Karin IV. die Grund­fes­ten des Bon­ner Kar­ne­vals erschüt­tert. Glei­cher Auf­fas­sung war der Streit­hel­fer, Bonns Ober­bür­ger­meis­ter, der das Prin­zen­paar unter­stütz­te.

Nach Auf­fas­sung des Gerichts ist in die­sem Fall aber allein das Rhei­ni­sche Grund­ge­setz maß­ge­bend, in dem es ein­deu­tig heißt: "Ken­ne mer nit, bru­che mer nit, fott domett!" Auf­grund die­ser Grund­ma­xi­me konn­ten die Nar­ren von einem ver­söhn­li­chen Ver­gleich über­zeugt wer­den: Es wird kei­ne Erwei­te­rung mit dem anony­men Kar­ne­vals­freund zum Bau­ern geben. Aller­dings darf er den Rosen­mon­tags­zug auf der Ehren­tri­bü­ne ver­fol­gen. Der Eil­an­trag ist im Gegen­zug fal­len gelas­sen wor­den.

Land­ge­richt Bonn, Ver­gleich in der när­ri­schen Gerichts­ver­hand­lung vom 22. Febru­ar 2011