Som­mer­zeit

Am Sonn­tag, den 30. Okto­ber, endet die Som­mer­zeit. Die Uhren wer­den um 3 Uhr mor­gens mit­tel­eu­ro­päi­scher Som­mer­zeit um eine Stun­de auf 2 Uhr zurück­ge­stellt. Wie in allen Mit­glieds­staa­ten der EU und in vie­len Dritt­staa­ten endet auch in Deutsch­land wie­der die Som­mer­zeit am letz­ten Sonn­tag im Okto­ber. Und natür­lich gechi­eht dies auf der Grund­la­ge von umfang­rei­chen recht­li­chen Rege­lun­gen:

Som­mer­zeit

Nach­dem die Som­mer­zeit bereits seit 1980 immer wie­der für eini­ge Jah­re befris­tet ein­ge­führt wur­de, wur­de sie durch die "Ver­ord­nung über die Ein­füh­rung der mit­tel­eu­ro­päi­schen Som­mer­zeit ab dem Jah­re 2002 (Som­mer­zeit­ver­ord­nung – SoZV)" vom 12. Juli 2001 (BGBl. I S. 1591) in Deutsch­land auf unbe­stimm­te Zeit ein­ge­führt.

Die Ermäch­ti­gungs­grund­la­ge, die zum Erlass der SoZV durch die Bun­des­re­gie­rung führ­te, fin­det sich in § 3 Zeit­ge­setz vom 25. Juli 1978 (BGBl. I S. 1110, ber. S. 1262), zuletzt geän­dert durch Ände­rungs­ge­setz vom 13. Sep­tem­ber 1994 (BGBl. I S. 2322).

Nach § 2 Abs. 1 der Som­mer­zeit­ver­ord­nung beginnt die mit­tel­eu­ro­päi­sche Som­mer­zeit (MESZ) jeweils am letz­ten Sonn­tag im März um 2 Uhr mit­tel­eu­ro­päi­scher Zeit (MEZ). Die Uhren wer­den in die­ser Nacht um eine Stun­de von 2 Uhr auf 3 Uhr vor­ge­stellt.

Das Ende der MESZ ist jeweils am letz­ten Sonn­tag im Okto­ber um 3 Uhr MESZ, vgl. § 2 Abs. 2 der Som­mer­zeit­ver­ord­nung. Die Uhren wer­den um eine Stun­de von 3 Uhr auf 2 Uhr zurück­ge­stellt. Die Stun­de von 2 Uhr bis 3 Uhr erscheint dabei zwei­mal. Die ers­te Stun­de (von 2 Uhr bis 3 Uhr MESZ) wird mit 2 A und die zwei­te Stun­de (von 2 Uhr bis 3 Uhr MEZ) mit 2 B bezeich­net.

Die Som­mer­zeit­ver­ord­nung dient der Umset­zung der Richt­li­nie 2000/​84/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 19. Janu­ar 2001 zur Rege­lung der Som­mer­zeit (ABl. EG Nr. L 31 S. 21), die wie­der­um den Zweck ver­folgt, das Funk­tio­nie­ren des EU-Bin­nen­mark­tes maß­geb­lich zu unter­stüt­zen.

Arti­kel 1 die­ser Richt­li­nie defi­niert die Som­mer­zeit als die Zeit des Jah­res, in der die Uhr gegen­über der Uhr­zeit wäh­rend der übri­gen Zeit des Jah­res um 60 Minu­ten vor­ge­stellt wird und bestimmt in den Arti­keln 2 und 3, dass die Som­mer­zeit in jedem Mit­glieds­staat am letz­ten Sonn­tag im März beginnt und am letz­ten Sonn­tag im Okto­ber endet.

Und natür­lich steckt hin­ter der Som­mer­zeit auch ein tie­fe­rer Sinn. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um beschreibt dies in einer Pres­se­mit­tei­lung vom 28.10.2005 so:

In den meis­ten EU-Mit­glied­staa­ten wur­de die Som­mer­zeit bereits in den 70er Jah­ren vor allem infol­ge der Ölkri­se ein­ge­führt. Man ver­sprach sich Ener­gie­ein­spa­run­gen, die so jedoch nicht ein­tra­ten. Für Deutsch­land war die­ser Grund nicht mehr maß­geb­lich.
Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land war bestrebt, sich der Som­mer­zeit­re­ge­lung in der EG anzu­schlie­ßen. Sie woll­te kei­ne Zeit­in­sel in Mit­tel­eu­ro­pa bil­den. Bereits damals ging es neben der zusätz­li­chen Stun­de mit Tages­licht am Abend vor­ran­gig um die Har­mo­ni­sie­rung der Som­mer­zeit in Euro­pa. Tag und Uhr­zeit des Beginns und des Endes der Som­mer­zeit soll­ten ein­heit­lich in der gesam­ten EU fest­ge­legt wer­den, um gleich­zei­tig ein bes­se­res Funk­tio­nie­ren des EU-Bin­nen­mark­tes zu bewir­ken.
Zur­zeit lie­gen kei­ne Anhalts­punk­te vor, aus denen geschluss­fol­gert wer­den kann, dass ein­zel­ne Mit­glied­staa­ten die Absicht haben, die Som­mer­zeit abzu­schaf­fen. Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wird des­halb an der Som­mer­zeit fest­hal­ten, sofern nicht die Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on gemein­sam die Absicht haben, die Som­mer­zeit abzu­schaf­fen.

Oder mit ein­fa­chen Wor­ten aus­ge­drückt: Die Som­mer­zeit bringt zwar nichts, aber wir machens alle, weil wir alle es machen. In der Tat eine sinn­vol­le Begrün­dung.