12 geklau­te Han­dys – und die Haf­tung des Arbeit­ge­bers

Ein Arbeit­neh­mer haf­tet nicht für die sei­nem Arbeit­ge­ber ent­wen­de­ten Mobil­te­le­fo­ne.

12 geklau­te Han­dys – und die Haf­tung des Arbeit­ge­bers

In einem jetzt vom Arbeits­ge­richt Ober­hau­sen ent­schie­de­nen Fall strit­ten die Par­tei­en über die Zah­lung von rest­li­chem Gehalt aus ihrem been­de­ten Arbeits­ver­hält­nis sowie über die Ver­pflich­tung des Arbeit­neh­mers, für 12 gestoh­le­ne hoch­wer­ti­ge Mobil­te­le­fo­ne Scha­den­er­satz in Höhe von 6040,- € zu leis­ten.

Der Klä­ger, der aus­ge­bil­de­ter Ein­zel­han­dels­kauf­mann ist, war in der Zeit vom 01.03.2011 bis zum 28.05.2011 als tech­ni­scher Ver­kaufs­be­ra­ter mit einem Gehalt in Höhe von 1.200,- € brut­to bei 40 Stun­den Wochen­ar­beits­zeit beschäf­tigt. Zusätz­lich erhielt er noch Pro­vi­sio­nen. Die­se belie­fen sich für die Mona­te April und Mai 2011 auf einen Betrag in Höhe von 236,30 €. Der Beklag­te betreibt in einem Ein­kaufs­zen­trum im Bezirk des Arbeits­ge­richts Ober­hau­sen einen Han­dy-Shop.

Am 05.05.2011 wur­den gegen 19.30 Uhr 12 hoch­wer­ti­ge Mobil­te­le­fo­ne aus dem hin­ter dem Laden­lo­kal befind­li­chen Lager ent­wen­det. Die­se mache nach den Anga­ben des Beklag­ten einen Wert in Höhe von 6.040,- Euro aus. Der Klä­ger befand sich zu die­sem Zeit­punkt in einem Ver­kaufs­ge­spräch.

Der Beklag­te zahl­te weder den Lohn für den Monat Mai 2011 noch die Pro­vi­sio­nen. Im Wege der Wider­kla­ge begehr­te er die Zah­lung des Betra­ges für die ent­wen­de­ten Mobil­te­le­fo­ne.

Das Arbeits­ge­richt Ober­hau­sen hat den Zah­lungs­an­trä­gen des kla­gen­den Arbeit­neh­mers ent­spro­chen und die Wider­kla­ge des Arbeit­ge­bers abge­wie­sen.

Der Beklag­te durf­te nicht in zuläs­si­ger Wei­se gegen die Lohn­an­sprü­che des Klä­gers auf­rech­nen. Einen Scha­den­er­satz­an­spruch hat es ver­neint, weil dem Klä­ger nur leich­tes­te Fahr­läs­sig­keit anzu­las­ten sei. Im Rah­men der Grund­sät­ze der ein­ge­schränk­ten Haf­tung von Arbeit­neh­mern besteht für die­sen Grad der Fahr­läs­sig­keit kei­ne Ersatz­pflicht.

Arbeits­ge­richt Ober­hau­sen, Urteil vom 24. Novem­ber 2011 – 2 Ca 1013/​11