Ange­mes­se­ne Ver­gü­tung einer Dienst­er­fin­dung

Die Ver­gü­tung einer Dienst­er­fin­dung ist nicht des­halb unan­ge­mes­sen, weil ihr nach der in der Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung zur Bemes­sung der wirt­schaft­li­chen Ver­wert­bar­keit der Erfin­dung gewähl­ten Metho­de der Lizenz­ana­lo­gie ein Erfin­dungs­wert zugrun­de liegt, der erheb­lich gerin­ger ist als der Gewinn, den der Arbeit­ge­ber durch die Her­stel­lung und den Ver­trieb eines erfin­dungs­ge­mä­ßen Pro­dukts erwirt­schaf­tet.

Ange­mes­se­ne Ver­gü­tung einer Dienst­er­fin­dung

Auch die Bemes­sung der Ver­gü­tung eines an einer Hoch­schu­le beschäf­tig­ten Erfin­ders mit 30 % der durch die Ver­wer­tung der Erfin­dung erziel­ten Ein­nah­men hat kei­nen Ein­fluss auf die Ermitt­lung der ange­mes­se­nen Ver­gü­tung eines Arbeit­neh­mers nach § 9 ArbEG.

Die Fin­dung eines ange­mes­se­nen Lizenz­sat­zes obliegt dem Tatrich­ter. Das Revi­si­ons­ge­richt kann nur prü­fen, ob die­ser von ver­fah­rens­feh­ler­frei fest­ge­stell­ten Anknüp­fungs­tat­sa­chen aus­ge­gan­gen ist und sämt­li­che erheb­li­che Gesichts­punk­te in sei­ne Gesamt­wür­di­gung ein­be­zo­gen und hier­bei Erfah­rungs­sät­ze und Denk­ge­set­ze beach­tet hat.

Die Ermitt­lung der Ana­log­li­zenz­ge­bühr aus dem Pro­dukt von Net­to­ver­kaufs-erlö­sen und ange­mes­se­nem Lizenz­satz begrün­det nicht ohne wei­te­res des-halb eine erheb­li­che Unbil­lig­keit der Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung, weil als Ver-kaufs­prei­se bei Lie­fe­run­gen an kon­zern­an­ge­hö­ri­ge Unter­neh­men ver­ein­ba-rungs­ge­mäß die kon­zern­in­ter­nen Abga­be­prei­se des Arbeit­ge­bers anzu­set-zen sind.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. März 2012 – X ZR 104/​09 [Anti­my­ko­ti­scher Nagel­lack}