Der Bonus­an­spruch des Arbeit­neh­mers – und die rich­ter­li­che Ersatz­leis­tungs­be­stim­mung

Als Grund­la­ge der rich­ter­li­chen Ersatz­leis­tungs­be­stim­mung eines Bonus­an­spruchs nach § 315 Abs. 3 S. 2 BGB kön­nen auch die Ergeb­nis­se eines auf das Arbeits­ver­hält­nis nicht anwend­ba­ren Bonus­plans berück­sich­tigt wer­den, wenn des­sen Para­me­ter – z. B. bezüg­lich Unter­neh­mens­er­geb­nis und per­sön­li­cher Leis­tung – für die Bestim­mung der Ziel­er­rei­chung ver­all­ge­mei­ne­rungs­fä­hi­ge Aus­sa­gen ent­hal­ten.

Der Bonus­an­spruch des Arbeit­neh­mers – und die rich­ter­li­che Ersatz­leis­tungs­be­stim­mung

Hat der Arbeit­neh­mer im Rah­men der inso­weit gel­ten­den abge­stuf­ten Dar­le­gungs- und Beweis­last alle Umstän­de zur Begrün­dung sei­nes Anspru­ches auf den Leis­tungs­bo­nus schlüs­sig dar­ge­legt, deren Höhe die Arbeit­ge­be­rin nach bil­li­gem Ermes­sen i.S.d. § 315 BGB zu bestim­men hat­te, wäre es nun­mehr Auf­ga­be der Arbeit­ge­be­rin gewe­sen, zu bestim­men, in wel­cher Höhe sich bei Anwen­dung der vor­ste­hen­den Kri­te­ri­en ein Anspruch des Klä­gers für das abge­lau­fe­ne Jahr ergibt. Kommt die Arbeit­ge­be­rin die­ser Ver­pflich­tung aus § 315 Abs. 1 BGB nicht nach, muss die Bestim­mung durch Urteil getrof­fen wer­den (§ 315 Abs. 3 Satz 2, 2. HS BGB).

Was bil­li­gem Ermes­sen ent­spricht, ist unter Berück­sich­ti­gung der Inter­es­sen bei­der Par­tei­en und des in ver­gleich­ba­ren Fäl­len Übli­chen im Zeit­punkt der Aus­übung des Bestim­mungs­rech­tes fest­zu­stel­len1.

Arbeits­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 3. März 2016 – 2 Ca 177/​15

  1. vgl. Palandt/​Grüneberg, 74. Aufl., § 315 BGB, Rn. 10 []