Der Gemein­schafts­be­trieb meh­re­rer Arbeit­ge­ber

Ein Betrieb kann von meh­re­ren Arbeit­ge­bern als gemein­sa­mer Betrieb geführt wer­den (vgl. § 1 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 BetrVG).

Der Gemein­schafts­be­trieb meh­re­rer Arbeit­ge­ber

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts ist von einem gemein­sa­men Betrieb meh­re­rer Unter­neh­men aber nur aus­zu­ge­hen, wenn

  • die in einer Betriebs­stät­te vor­han­de­nen mate­ri­el­len und imma­te­ri­el­len Betriebs­mit­tel für einen ein­heit­li­chen arbeits­tech­ni­schen Zweck zusam­men­ge­fasst, geord­net und gezielt ein­ge­setzt wer­den und
  • der Ein­satz der mensch­li­chen Arbeits­kraft von einem ein­heit­li­chen Lei­tungs­ap­pa­rat gesteu­ert wird.

Dazu müs­sen sich die betei­lig­ten Unter­neh­men zumin­dest still­schwei­gend zu einer gemein­sa­men Füh­rung recht­lich ver­bun­den haben. Die­se ein­heit­li­che Lei­tung muss sich auf die wesent­li­chen Funk­tio­nen eines Arbeit­ge­bers in sozia­len und per­so­nel­len Ange­le­gen­hei­ten erstre­cken.

Eine ledig­lich unter­neh­me­ri­sche Zusam­men­ar­beit genügt dage­gen nicht. Viel­mehr müs­sen die Funk­tio­nen des Arbeit­ge­bers in den sozia­len und per­so­nel­len Ange­le­gen­hei­ten des Betriebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes insti­tu­tio­nell ein­heit­lich für die betei­lig­ten Unter­neh­men wahr­ge­nom­men wer­den 1.

Eine in einem "Struk­tur-Tarif­ver­trag" getrof­fe­ne Abre­de kann die für die Annah­me eines Gemein­schafts­be­triebs not­wen­di­ge Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur nicht erset­zen, son­dern könn­te allen­falls eine Füh­rungs­ver­ein­ba­rung über die zu bil­den­de Betriebs­stät­te dar­stel­len.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 27. Juni 2019 – 2 AZR 38/​19

  1. BAG 13.08.2008 – 7 ABR 21/​07, Rn.19 f.[]