Die Teil­zeit­ar­beit im Schicht­be­trieb

Dem Teil­zeit­an­spruch eines Schicht­ar­bei­ters ste­hen dafür erfor­der­li­che zusätz­li­che Schicht­über­ga­ben nicht ent­ge­gen. Gewis­se orga­ni­sa­to­ri­sche Anstren­gun­gen sind bei jeder Ein­rich­tung von Teil­zeit­ar­beit erfor­der­lich und geset­zes­im­ma­nent.

Die Teil­zeit­ar­beit im Schicht­be­trieb

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall einem Machi­nen­füh­rer Recht gege­ben, dem sein Arbeit­ge­ber den Teil­zeit­wusch abge­lehnt hat­te. Bereits das Arbeit­ge­richt Bonn 1 hat­te ihm den Teil­zeit-Anspruch zuge­bil­ligt. Der Klä­ger hat eine in Voll­zeit berufs­tä­ti­ge Ehe­frau und zwei Kin­der. Er woll­te nach der Eltern­zeit nur noch in Teil­zeit von mon­tags bis frei­tags zwi­schen 9.00 Uhr und 14.00 Uhr beschäf­tigt wer­den. Nach § 8 Abs. 4 Satz 1 TzB­fG hat ein Arbeit­ge­ber Wün­schen von Arbeit­neh­mern nach Ver­rin­ge­rung und Neu­ver­tei­lung der Arbeits­zeit zuzu­stim­men, wenn nicht betrieb­li­che Grün­de ent­ge­gen­ste­hen. Der Arbeit­ge­ber hat­te den Teil­zeit­wunsch abge­lehnt und sich unter ande­rem dar­auf beru­fen, dass sonst spe­zi­ell für den Klä­ger zusätz­li­che Schicht­über­ga­ben ein­ge­führt wer­den müss­ten, was zu Pro­duk­ti­ons­ver­zö­ge­run­gen und damit zu wirt­schaft­li­chen Nach­tei­len füh­re.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln die Ent­schei­dung des Arbeits­ge­richts Bonn 1 bestä­tigt, dass die Ableh­nungs­grün­de des Arbeit­ge­bers nicht gewich­tig genug sei­en. Gewis­se orga­ni­sa­to­ri­sche Anstren­gun­gen sei­en bei jeder Ein­rich­tung von Teil­zeit­ar­beit erfor­der­lich und geset­zes­im­ma­nent. Im vor­lie­gen­den Fall gin­gen sie nicht über das zumut­ba­re Maß hin­aus.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln, Urteil vom 10. Janu­ar 2013 – 7 Sa 766/​12

  1. ArbG Bonn, Urteil vom 18.07.2012 – 2 Ca 645/​12 EU[][]