Kün­di­gung wegen Bezah­lung pri­va­ter Bau­leis­tun­gen

Lässt sich ein Mit­ar­bei­ter einer Bank pri­va­te Bau­leis­tun­gen durch einen Geschäfts­part­ner bezah­len, so berech­tigt dies den Arbeit­ge­ber zur Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses.

Kün­di­gung wegen Bezah­lung pri­va­ter Bau­leis­tun­gen

In einem jetzt vom Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen Kün­di­gungs­schutz­streit war der Klä­ger war bei der Beklag­ten, einer Bank, seit dem 01.09.1986 zuletzt als Direk­tor und Ver­triebs­lei­ter beschäf­tigt. Die Beklag­te hat das Arbeits­ver­hält­nis mehr­fach frist­los, u.a. am 02.12.2010 und am 14.02.2011 gekün­digt. Sie wirft dem Klä­ger vor, er habe sich von einem ihrer Geschäfts­part­ner unbe­rech­tigt Vor­tei­le gewäh­ren las­sen. Er habe sich pri­va­te Bau­leis­tun­gen (Erstel­lung einer Ter­ras­se nebst Beleuch­tung) von dem Geschäfts­part­ner bezah­len las­sen. Der Klä­ger hat eine Abspra­che dahin­ge­hend, dass die Kos­ten der Bau­leis­tun­gen von einem Drit­ten getra­gen wer­den sol­len, bestrit­ten. Die ihm erteil­ten Rech­nun­gen habe er bezahlt. Die Par­tei­en haben wei­ter über Ver­gü­tungs­an­sprü­che und über die Zah­lung einer Tan­tie­me gestrit­ten.

Anders als erst­in­stanz­lich das Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf [1] hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf es nach Beweis­auf­nah­me als erwie­sen erach­tet, dass sich der Klä­ger die Erstel­lung der Ter­ras­se nebst Beleuch­tungs­an­la­ge wis­sent­lich von dem Geschäfts­part­ner hat bezah­len las­sen. Es hat dabei die vor­lie­gen­den Indi­zi­en gewür­digt. So lie­gen u.a. Rech­nun­gen vor, nach denen Tei­le der Kos­ten der Ter­ras­se und der Beleuch­tungs­an­la­ge von dem Geschäfts­part­ner über ein ande­res Pro­jekt abge­rech­net und nicht dem Klä­ger in Rech­nung gestellt wor­den sind.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf ist wei­ter davon aus­ge­gan­gen, dass der ver­nom­me­ne Hand­wer­ker, der die Bau­leis­tung aus­ge­führt hat­te, und nicht bestä­tigt hat, dass der Klä­ger Kennt­nis von der Über­nah­me der Kos­ten durch den Geschäfts­part­ner hat­te, bewusst die Unwahr­heit gesagt hat. Dies hat es als wei­te­res Indiz zu Las­ten des Klä­gers gewür­digt. Die Schmier­geld­zah­lung berech­tig­te die Beklag­te zur frist­lo­sen Kün­di­gung. Dem­entspre­chend hat­te der Klä­ger ab dem Zeit­punkt der ers­ten wirk­sa­men frist­lo­sen Kün­di­gung, dem 02.12.2010, kei­nen Ver­gü­tungs­an­spruch mehr gegen die Beklag­te. Hin­ge­gen konn­te der Klä­ger bis zu die­sem Zeit­punkt auf­grund der bis dahin erbrach­ten Arbeits­leis­tung noch die Tan­tie­me ver­lan­gen. Eine Ver­trags­klau­sel, wonach eine durch Arbeits­leis­tung erdien­te Tan­tie­me voll­stän­dig ent­fällt, wenn der Arbeit­neh­mer unter­jäh­rig aus­schei­det, hat das Gericht all­ge­mein für unwirk­sam erach­tet.

Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 3. Febru­ar 2012 – 6 Sa 1081/​11

  1. ArbG Düs­sel­dorf, Teil­ur­teil vom 01.07.2011 – 13 Ca 7800/​10[]