MIn­dest­lohn – und die Dar­le­gungs­last des Arbeits­neh­mers

Unab­hän­gig von der strei­ti­gen Fra­ge, ob der Min­dest­lohn­an­spruch nach § 1 Abs. 1, Abs. 2 MiLoG nur für geleis­te­te Arbeits­stun­den besteht, wofür der Wort­laut des § 2 Abs. 1 S. 1 MiLoG ("erbrach­te Arbeits­leis­tung") spricht 1 hat der für den Lohn­an­spruch dar­le­gungs- und beweis­be­las­te­te Arbeit­neh­mer dar­zu­le­gen, ob er den Anspruch aus geleis­te­ter Arbeit bzw. aus sons­ti­gen Rechts­vor­schrif­ten, die einen Zah­lungs­an­spruch auch ohne Arbeits­leis­tung vor­se­hen (etwa § 3 EFZG, §§ 611, 615 BGB in Ver­bin­dung mit dem Arbeits­ver­trag) begehrt 2.

MIn­dest­lohn – und die Dar­le­gungs­last des Arbeits­neh­mers

Im hier ent­schie­de­nen Fall erfüll­te die Arbeit­neh­me­rin ihre Dar­le­gungs­last nicht: Sie trug im Ergeb­nis ledig­lich einen "fik­ti­ven (Mindest-)Lohnanspruch" vor, indem sie in der Kla­ge­be­grün­dung aus­führ­te, dass nach dem Arbeits­ver­trag 120 Arbeits­stun­den monat­lich ver­ein­bart sind und hier­aus ein Anspruch nach dem MiLoG in Höhe von 1.020, 00 Euro brut­to monat­lich resul­tie­re, was einem monat­li­chen Dif­fe­renz­an­spruch von 94, 22 Euro brut­to monat­lich ent­spre­che, womit für 8 gel­tend gemach­te Mona­te ein Nach­zah­lungs­an­spruch von 753, 76 Euro brut­to bestehe. Ob die Klä­ge­rin 120 Stun­den im Monat tat­säch­lich gear­bei­tet hat bzw. aus wel­chem Rechts­grund sonst ein Anspruch (gege­be­nen­falls in Ver­bin­dung mit dem MiloG) besteht, wur­de dage­gen nicht dar­ge­legt.

Arbeits­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 10. März 2016 – 11 Ca 6834/​15

  1. vgl. zum Streit­stand etwa Erfur­ter Kom­men­tar zum Arbeits­recht, 16. Auf­la­ge, 460 § 1 MiLoG Rz. 18 ff. m.w.N.[]
  2. so zutref­fend etwa Düwell/​Schubert, Min­dest­lohn­ge­setz, § 1 Rz. 37 f.[]