Worauf bei einer Rechtsanwaltskanzlei geachtet werden soll

In einen Rechtsstreit involviert zu sein, ist schon Stress genug. Mit der richtigen Auswahl einer Rechtsanwaltskanzlei kann man sich zusätzliche Sorgen ersparen. Gute Anwälte und Anwältinnen mit der richtigen Expertise und Erfahrung sind hier Gold wert. Bei den vielen Kanzleien, die zur Verfügung stehen, ist es aber schwer herauszufinden, welche die passende ist. Auf diese Faktoren sollte man bei der Auswahl einer Anwaltskanzlei achten.

Worauf bei einer Rechtsanwaltskanzlei geachtet werden soll

Was macht eine gute Rechtsanwaltskanzlei aus?

Wer nach einem Anwalt sucht, könnte sich auch einfach auf die Google-Bewertungen verlassen, die den lokalen Anwaltskanzleien zugeteilt wurden. Ganz so einfach ist das Finden des richtigen Rechtsanwalts dann doch nicht. Nur weil ein Anwalt als „gut“ bewertet wurde, heißt das nicht, dass das auch auf alle Rechtsfragen zutrifft. Kein Anwalt ist Experte in allen Rechtsgebieten. Stattdessen achten wir auf:

  • Arbeitserfahrung
  • Spezialisierung
  • Sympathie
  • Kosten & Bewertungen

Die Arbeitserfahrung

Das Fachwissen eines Anwalts ist unbezahlbar. Aber auch nach intensivem Studium und dem Aneignen etlicher theoretischer Kenntnisse, bringt dieses nicht das beste Ergebnis, wenn es nicht mit der entsprechenden Erfahrung vertieft wurde. Das betrifft nicht nur die Arbeit als Anwalt grundsätzlich, sondern auch wie lange sich ein Rechtsanwalt mit einem spezifischen Themenbereich beschäftigt hat.

Natürlich können auch Anwälte frisch von der Universität gute Arbeit leisten. Ein erfahrener Anwalt hat aber den zusätzlichen Bonus, auf einen tiefen Wissensschatz zurückgreifen zu können, der Dinge betreffen kann wie Eigenheiten der lokalen Gerichte oder typische Reaktionen der Gegenseite, auf die er deshalb besser vorbereitet ist.

Die Webseite einer Kanzlei (z. B. Anwalt Saarbrücken ) wird in der Regel auflisten, wie viel Erfahrung ihre Anwälte in welchem Gebiet haben. In diesem Fall sind es teilweise sogar über 30 Jahre und damit ein ausführliches Praxiswissen.

Die Spezialisierung

Das deutsche Recht ist in etliche Teilgebiete eingegliedert. Darunter z. B. das Mietrecht oder das Arbeitsrecht. Ein guter Anwalt für Mietrecht wird sich weniger mit Problemen von Arbeitsverträgen auskennen. Wir haben in Deutschland sechs Bundesgesetzbücher mit jeweils mehreren tausenden an Paragrafen. Weil dieses Wissen viel zu umfassend ist, um sich darauf zu spezialisieren, findet man entweder Fachanwälte oder Anwälte mit einem Tätigkeits- oder Interessenschwerpunkt.

Ein Fachanwalt ist ein Rechtsanwalt, der nach dem Studium und dem Abschließen der Staatsexamina eine Fachanwaltausbildung durchlaufen hat. Erst nach dem Bestehen der Prüfung und dem Ablegen vorgegebener praktischer Erfahrungen darf er sich Fachanwalt nennen. Damit ist er ein Experte in dem gewählten Thema, der neben dem detaillierten Fachwissen auch bereits Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt hat. Zu der Ausübung dieses Jobs zählen auch regelmäßige Fortbildungen, um das Wissen zu vertiefen oder an Neuerungen anzupassen.

Damit kann man mit dem Anstellen eines Fachanwalts sichergehen, dass man durch die bestmögliche Expertise betreut wird. Aber auch Rechtsanwälte ohne Fachanwaltausbildung können dieses Wissen besitzen. Sie geben dafür auf ihrer Webseite Nachweise darüber an, dass sie sich spezifisch mit diesem Thema beschäftigen und welche Erfahrungen sie in der Betreuung bereits gemacht haben. Wenn der Anwalt mindestens 2 Jahre Erfahrung in diesem Rechtsgebiet vorweisen kann, kann er es als Tätigkeitsschwerpunkt beschreiben.

Ohne die entsprechenden Nachweise kann ein Anwalt maximal zwei Bereiche als Interessenschwerpunkt festlegen, für die er eine Vorliebe hat oder noch nicht die nötige Erfahrung, sie einen Tätigkeitsschwerpunkt nennen zu können.

Die Sympathie

Die Sympathie mag nebensächlich erscheinen, aber es geht in manchen Fällen um langwierige Betreuung, unter der man persönlichste Details teilen muss. Ein gutes Vertrauensverhältnis ist daher nicht unwichtig. Wenn die Kompetenz der vorhandenen Kanzleiauswahl geklärt ist, sollte man mehrere kostenfreie Erstgespräche wahrnehmen. So findet man auch auf zwischenmenschlicher Ebene die richtige Betreuung.

Die Kosten

Durch den Vergleich mehrere Kanzleien kann man herausfinden, was angebrachte Kosten sind und wer zu viel verlangt. Grundsätzlich sind die Kosten für einen Anwalt durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz reguliert, aber gewisse Schwankungen gibt es dennoch. Dinge wie eine Rechtsschutzversicherung oder Förderungen des Staats durch Rechtskostenbeihilfe und einen Beratungsschein spielen ebenfalls eine Rolle dabei, was für eine Person möglich ist.

Hier kommen nun doch die Mandanten-Bewertungen ins Spiel. Sie helfen vielleicht nicht unbedingt dabei, den richtigen Anwalt für ein spezifisches Fachgebiet zu finden. Anhand der Erfahrungen von Menschen mit der Kanzlei kann man aber lernen, ob die Betreuung dort grundsätzlich angenehm und erfolgreich war.

Die Größe der Kanzlei

Wie groß eine Kanzlei ist, hat nicht unbedingt Einfluss darauf, wie gut ihre Betreuung ist. In großen Kanzleien mit vielen verschiedenen Fachanwälten hat man eine breite Abdeckung verschiedener Fachbereiche. In kleineren Kanzleien ist vielleicht eine persönlichere Betreuung für einzelne Mandanten möglich. Wie in anderen Berufszweigen unterscheidet sich die Unternehmenskultur verschiedener Anwaltskanzleien. Diese Unterschiede erfährt man am besten durch Erstgespräche.

Fazit

Wer den richtigen Beistand für ein rechtliches Problem sucht, muss sich zwischen vielen Rechtsanwaltskanzleien entscheiden. Für diesen Prozess ist es am wichtigsten einen Anwalt zu wählen, der das richtige Fachwissen und Erfahrungen in dem betroffenen Rechtsgebiet hat. Eine Fachanwaltausbildung und Nachweise über die bisher erbrachten Leistungen in diesem Feld sind die beste Entscheidungshilfe. Danach kommen Sympathie, Reputation und die Kosten für eine Betreuung durch den Anwalt ins Spiel, die auf persönlicher Ebene entscheiden, ob man sich die Zusammenarbeit vorstellen kann.

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