Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me geschie­de­ner Eltern

Auf­ge­tre­te­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me zwi­schen geschie­de­nen Kin­des­el­tern recht­fer­ti­gen kei­ne Auf­lö­sung der gemein­sa­men elter­li­chen Sor­ge. Maß­stab und Ziel ist inso­weit allein das Kin­des­wohl und nicht der Aus­gleich per­sön­li­cher Defi­zi­te zwi­schen den Eltern.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me geschie­de­ner Eltern

So die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Kin­des­mut­ter, die bean­tragt hat, ihr die allei­ni­ge elter­li­che Sor­ge für die Kin­der zu über­tra­gen und dies mit zuneh­men­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­men zwi­schen ihr und dem Kin­des­va­ter begrün­det hat. Unter Abän­de­rung der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung des Amts­ge­richts Marl hat es das Ober­lan­des­ge­richt abge­lehnt, die gemein­sa­me elter­li­che Sor­ge auf­zu­he­ben. Die betei­lig­ten Kin­des­el­tern aus Marl sind geschie­de­ne Ehe­leu­te. Ihre heu­te 9 und 11 Jah­re alten gemein­sa­men Kin­der leben seit der Tren­nung im Jah­re 2007 bei der Kin­des­mut­ter. Die elter­li­che Sor­ge für ihre Kin­der übten bei­de Eltern in der Fol­ge­zeit gemein­sam aus. Ledig­lich das Auf­ent­halts­be­stim­mungs­recht wur­de auf die Kin­des­mut­ter über­tra­gen. Für den Kin­des­va­ter ver­ein­bar­ten die Eltern ein Umgangs­recht. Im Jah­re 2012 hat die Kin­des­mut­ter bean­tragt, ihr die allei­ni­ge elter­li­che Sor­ge für die Kin­der zu über­tra­gen und dies mit zuneh­men­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­men zwi­schen ihr und dem Kin­des­va­ter begrün­det, unter denen auch die Kin­der zu lei­den hät­ten.

Nach Auf­fas­sung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm recht­fer­ti­gen die im Jah­re 2012 auf­ge­tre­te­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­ble­me zwi­schen den Ehe­leu­ten recht­fer­tig­ten kei­ne Auf­lö­sung der gemein­sa­men elter­li­chen Sor­ge. Maß­stab und Ziel sei inso­weit allein das Kin­des­wohl und nicht der Aus­gleich per­sön­li­cher Defi­zi­te zwi­schen den Eltern. Unter Wür­di­gung aller Gesichts­punk­te des zu ent­schei­den­den Falls sei die gemein­sa­me elter­li­che Sor­ge bei­zu­be­hal­ten. Ihre Aus­übung habe offen­bar bis Mit­te des Jah­res 2012 funk­tio­niert. Nach den dann auf­ge­tre­te­nen Pro­ble­men hät­ten die Eltern im Okto­ber 2012 eine Rege­lung zu Anru­fen des Vaters bei den Kin­dern ver­ein­bart, an die sich der Vater hal­te und offen­bar ein zuvor über­trie­be­nes Kon­troll­ver­hal­ten ein­ge­se­hen habe. Auch wenn die Kin­des­mut­ter eine Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Vater ver­wei­ge­re, recht­fer­ti­ge dies nicht sei­nen Aus­schluss von der elter­li­chen Sor­ge. Nach wie vor sei­en Ver­ein­ba­run­gen der Kin­des­el­tern über wich­ti­ge Belan­ge der Kin­der mög­lich, in sor­ge­rechts­re­le­van­ten The­men gebe es kein Kon­flikt­po­ten­ti­al zwi­schen ihnen. Der Kin­des­mut­ter sei es daher zuzu­mu­ten, wei­ter­hin im Inter­es­se des Kin­des­wohls mit dem Vater zu koope­rie­ren. Dem Kin­des­va­ter sei es zuzu­mu­ten, sei­ne Posi­tio­nen gegen­über der Kin­des­mut­ter in maß­vol­ler Wei­se gel­tend zu machen.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Beschluss vom 23. Juli 2013 – 2 UF 39/​13