Ver­zin­sung des Aus­gleichs­werts im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Die Ver­zin­sung des Aus­gleichs­wer­tes ist (nur) für den Zeit­raum seit dem Ende der Ehe­zeit bis zur Rechts­kraft der Ent­schei­dung über den Ver­sor­gungs­aus­gleich anzu­ord­nen.

Ver­zin­sung des Aus­gleichs­werts im Ver­sor­gungs­aus­gleich

Die Anord­nung der exter­nen Tei­lung ist ein rich­ter­li­cher Gestal­tungs­akt. Mit der Rechts­kraft der Ent­schei­dung über den Ver­sor­gungs­aus­gleich wird zwi­schen der aus­gleichs­be­rech­tig­ten Per­son und dem Trä­ger der Ziel­ver­sor­gung unmit­tel­bar ein Rechts­ver­hält­nis begrün­det bzw. ein bestehen­des Rechts­ver­hält­nis aus­ge­baut. Der aus­gleichs­be­rech­tig­te Ehe­gat­te erwirbt des­halb bereits mit Rechts­kraft der Ent­schei­dung im Umfang des zu sei­nen Guns­ten zu begrün­den­den Anrechts einen Anspruch auf die von der Ziel­ver­sor­gung nach sei­ner Ver­sor­gungs­ord­nung gewähr­ten Leis­tun­gen, und zwar unab­hän­gig davon, ob und gege­be­nen­falls zu wel­chem Zeit­punkt es zu einem Kapi­tal­trans­fer zwi­schen dem zah­lungs­pflich­ti­gen Ver­sor­gungs­trä­ger und dem Trä­ger der Ziel­ver­sor­gung kommt. Das Risi­ko der Bei­trei­bung des vom Gericht nach § 222 Abs. 3 FamFG i.V.m. § 14 Abs. 4 VersAus­glG fest­ge­setz­ten Kapi­tal­be­tra­ges trägt der Trä­ger der Ziel­ver­sor­gung.

Vor die­sem Hin­ter­grund besteht kein Bedürf­nis für die Anord­nung einer Ver­zin­sung des Aus­gleichs­wer­tes über den Zeit­punkt der Rechts­kraft der Ent­schei­dung zum Ver­sor­gungs­aus­gleich hin­aus. Der aus­gleichs­be­rech­tig­te Ehe­gat­te erwirbt auf­grund der Gestal­tungs­wir­kung der gericht­li­chen Ent­schei­dung über den Ver­sor­gungs­aus­gleich mit deren Rechts­kraft beim Trä­ger der Ziel­ver­sor­gung ein Anrecht in einer kon­kret bestimm­ba­ren Höhe. Weder die Inter­es­sen der aus­gleichs­be­rech­tig­ten Per­son noch die Inter­es­sen des Ziel­ver­sor­gungs­trä­gers gebie­ten die Anord­nung einer über die Rechts­kraft der Ent­schei­dung hin­aus­ge­hen­den Ver­zin­sung. Leis­tet der zah­lungs­pflich­ti­ge Ver­sor­gungs­trä­ger auf eine Zah­lungs­auf­for­de­rung nicht, kann der Trä­ger der Ziel­ver­sor­gung nach den all­ge­mei­nen Regeln über den Ver­zug mit einer Geld­schuld (§§ 288 ff. BGB) sei­nen Ver­zö­ge­rungs­scha­den gel­tend machen; die­ser Scha­den kann sich auch auf die kapi­ta­li­sier­ten Zin­sen bezie­hen und den im Ver­sor­gungs­sys­tem des zah­lungs­pflich­ti­gen Ver­sor­gungs­trä­gers ver­wen­de­ten Rech­nungs­zins durch­aus über­stei­gen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Mai 2014 – XII ZB 645/​12

  1. BGH, Beschlüs­se vom 13.02.2013 XII ZB 631/​12 Fam­RZ 2013, 1019 Rn. 7 f.; und vom 06.02.2013 XII ZB 204/​11 Fam­RZ 2013, 733 Rn. 23 f.[]