Begrenz­tes Per­sön­li­ches Bud­get für Schwerst­pfle­ge­be­dürf­ti­ge

Behin­der­te Men­schen haben im Rah­men des trä­ger­über­grei­fen­den Per­sön­li­chen Bud­gets gemäß § 17 SGB IX kei­nen Anspruch dar­auf, dass von ihnen nach dem sog. Arbeit­ge­ber­mo­dell beschäf­tig­te Assis­tenz – und Pfle­ge­kräf­te in Anwen­dung des Tarif­ver­tra­ges für den öffent­li­chen Dienst (TöVD) mit allen Neben­leis­tun­gen ver­gü­tet wer­den.

Begrenz­tes Per­sön­li­ches Bud­get für Schwerst­pfle­ge­be­dürf­ti­ge

Dies hat das Sozi­al­ge­richt Dort­mund im Fal­le eines schwerst­be­hin­der­ten Man­nes aus Mesche­de ent­schie­den, der den Hoch­sauer­land­kreis auf Erhö­hung sei­nes monat­li­chen Per­sön­li­chen Bud­gets von 9500,- Euro auf 13900,- Euro ver­klagt hat­te. Der Klä­ger hat­te sein Begeh­ren u.a. damit begrün­det, dass die von ihm beschäf­tig­ten Pfle­ge­kräf­te Lohn­kos­ten nach Ent­gelt­grup­pe 4 des TöVD zuzüg­lich Neben­leis­tun­gen wie Urlaubs- und Weih­nachts­geld sowie Zuschlä­ge für Nacht- und Sonn­tags­ar­beit ver­ur­sach­ten.

Das Sozi­al­ge­richt Dort­mund hat die Kla­ge des behin­der­ten Man­nes abge­wie­sen. Das monat­li­che Bud­get des Klä­gers von 9500,- Euro sei bis­lang bedarfs­de­ckend. Unter Berück­sich­ti­gung des Wirt­schaft­lich­keits­ge­bo­tes sei der Beklag­te nicht ver­pflich­tet, pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge- und Assis­tenz­kräf­te im Rah­men des Arbeit­ge­ber­mo­dells auf der Grund­la­ge des TöVD zu finan­zie­ren. Der Klä­ger sei als Pri­vat­mann nicht tarif­ge­bun­den und eine All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung des TöVD lie­ge nicht vor. Eine blo­ße frei­wil­li­ge Ver­pflich­tung des Klä­gers zur Anwen­dung des TöVD mit Abschluss ent­spre­chen­der Arbeits­ver­trä­ge ver­mö­ge die ent­spre­chen­de Kos­ten­über­nah­me­pflicht nicht zu begrün­den. Es han­de­le sich auch nicht um die übli­che Ver­gü­tung i.S.d. § 612 Abs. 2 BGB, weil die Anwen­dung des TöVD ein­schließ­lich aller Zula­gen und Son­der­zah­lun­gen im Bereich pri­va­ter ambu­lan­ter Pfle­ge­diens­te gera­de nicht üblich sei.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 26.03.2012 – S 62 SO 5/​10