Die zusätz­li­che Aus­stat­tung mit einem Blin­den­führ­hund

Auch wenn ein Blin­der von der Kran­ken­kas­se bereits mit einem Blin­den­langstock aus­ge­rüs­tet wor­den ist, kann ihm ein Blin­den­führ­hund zuste­hen, wenn die­ser ihm gegen­über dem Stock wesent­li­che Gebrauchs­vor­tei­le bie­tet.

Die zusätz­li­che Aus­stat­tung mit einem Blin­den­führ­hund

Mit die­ser Begrün­dung hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge einer Blin­den statt­ge­ge­ben, deren Antrag auf zusätz­li­che Aus­stat­tung mit einem Blin­den­führ­hund die Kran­ken­kas­se abge­lehnt hat­te. Die Klä­ge­rin ist durch eine Erkran­kung erblin­det. Sie lebt allein in ihrer Woh­nung und hat seit dem Tod naher Ange­hö­ri­ger und einer schwe­ren Erkran­kung einer Freun­din kei­ne Hilfs- und Betreu­ungs­per­so­nen mehr. Sie ist durch die beklag­te Kran­ken­kas­se mit einem Bild­schirm­le­se­ge­rät sowie einem Dürer Blin­den­langstock aus­ge­rüs­tet wor­den, für des­sen Gebrauch sie auf Kos­ten der Kas­se ein Mobi­li­täts­trai­ning durch­ge­führt hat. Ihren Antrag auf zusätz­li­che Aus­stat­tung mit einem Blin­den­führ­hund lehn­te die Kran­ken­kas­se ab, weil der Blin­den­führ­hund weni­ger dem Behin­de­rungs­aus­gleich, als dem Vor­beu­gen einer wegen Ver­ein­sa­mung dro­hen­den Depres­si­on die­ne. Zu Unrecht, wie das Sozi­al­ge­richt Koblenz ent­schie­den hat. Gegen die­ses Urteil hat die Kran­ken­kas­se Beru­fung ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Rhein­land-Pfalz die­ne der Blin­den­führ­hund dem unmit­tel­ba­ren Behin­de­rungs­aus­gleich, wes­halb es nur dar­auf ankom­me, ob er gegen­über dem Blin­den­langstock einen wesent­li­chen Gebrauchs­vor­teil bie­te. Das hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt im Fall der Klä­ge­rin ange­nom­men, weil der Stock sie anders als ein Hund nicht vor Hin­der­nis­sen ober­halb von sei­nem Radi­us warnt und sie ande­re Hin­der­nis­se auch erst erken­nen lässt, wenn sie unmit­tel­bar davor steht.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 2. Okto­ber 2013 – L 5 KR 99/​13