Ope­ra­ti­ve Magen­band­ver­klei­ne­rung als Kas­sen­leis­tung

Kran­ken­kas­sen müs­sen die Kos­ten einer ope­ra­ti­ven Magen­band­ver­klei­ne­rung für über­ge­wich­ti­ge Ver­si­cher­te nur nach einer inte­grier­ten, mul­ti­moda­len Adi­po­si­tasthe­ra­pie tra­gen, mit­hin nur dann, wenn zuvor unter ärzt­li­cher Anlei­tung eine sechs- bis zwölf­mo­na­ti­ge inte­grier­te Ernährungs‑, Bewe­gungs- und Ver­hal­tens­the­ra­pie statt­ge­fun­den hat.

Ope­ra­ti­ve Magen­band­ver­klei­ne­rung als Kas­sen­leis­tung

In dem jetzt vom Sozi­al­ge­richt Dort­mund ent­schie­de­nen Fall hat­te eine 49-jäh­ri­ge Ver­si­cher­te aus Dort­mund ihre Kran­ken­kas­se ver­klagt, ihr eine mini­mal­in­va­si­ve ope­ra­ti­ve Magen­ver­klei­ne­rung (Magen­band) als Sach­leis­tung zu gewäh­ren.

Das Sozi­al­ge­richt Dort­mund wies die Kla­ge als unbe­grün­det ab. Trotz eines erheb­li­chen Über­ge­wichts der Klä­ge­rin mit einem BMI von über 40kg/​m² und Begleit­erschei­nun­gen in Gestalt eines Dia­be­tes mel­li­tus sowie Knie- und Wir­bel­säu­len­be­schwer­den kom­me die sta­tio­nä­re ope­ra­ti­ve Maß­nah­me erst in Betracht, wenn geeig­ne­te kon­ser­va­ti­ve Behand­lungs­mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft sei­en. Hier­zu gehö­re die von der Klä­ge­rin bis­lang nicht absol­vier­te mul­ti­moda­le Adi­po­si­tasthe­ra­pie im Sin­ne der Leit­li­ni­en zur Prä­ven­ti­on und The­ra­pie der Adi­po­si­tas der Deut­schen Adi­po­si­tas-Gesell­schaft.

Soweit die Klä­ge­rin sich dar­auf berief, an Diät- Pro­gram­men zur Gewichts­re­duk­ti­on teil­ge­nom­men zu haben, genügt dies nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts nicht den qua­li­ta­ti­ven Anfor­de­run­gen an ein lang­fris­tig wir­ken­des inte­grier­tes The­ra­pie­kon­zept. Es feh­le bei die­sen Pro­gram­men an Ele­men­ten der Bewe­gungs- und Ver­hal­tens­the­ra­pie, an der Ein­be­zie­hung von Ernäh­rungs­fach­kräf­ten und an fort­lau­fen­der ärzt­li­cher Beglei­tung.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 31. August 2010 – S 40 KR 313/​07