Tre­ber­hil­fe

Vor dem Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat die Tre­ber­hil­fe im Streit um die durch das Land Ber­lin aus­ge­spro­che­nen Ver­trags­kün­di­gun­gen weit­ge­hend obsiegt.

Tre­ber­hil­fe

Im Rah­men des zwi­schen der Tre­ber­hil­fe Ber­lin gGmbH und dem Land Ber­lin (Senats­ver­wal­tung für Inter­gra­ti­on, Arbeit und Sozia­les) geführ­ten Streits um die Kün­di­gung von Ver­ein­ba­run­gen hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg in Pots­dam nun in zwei­ter Instanz eine rechts­kräf­ti­ge Ent­schei­dung getrof­fen, die für die Tre­ber­hil­fe Ber­lin gGmbH einen über­wie­gen­den Erfolg dar­stellt. Aller­dings ist die Ent­schei­dung nur im Eil­ver­fah­ren ergan­gen; das Haupt­sa­che­ver­fah­ren ist beim Sozi­al­ge­richt Ber­lin anhän­gig 1.

Ursprüng­lich hat­ten Tre­ber­hil­fe und Senats­ver­wal­tung Ver­ein­ba­run­gen für unter­schied­li­che Leis­tungs­be­rei­che geschlos­sen, so etwa für die Berei­che betreu­tes Grup­pen­woh­nen, betreu­tes Ein­zel­woh­nen, Woh­nungs­er­halt und Woh­nungs­er­lan­gung sowie Kri­sen­ein­rich­tun­gen.

Auf­grund des Ergeb­nis­ses eines im Zuge der Mase­r­at­ti-Affä­re im April 2010 in Auf­trag gege­be­nen und am 22. Febru­ar 2011 fer­tig gestell­ten Prüf­be­richts kün­dig­te die Senats­ver­wal­tung mit Schrei­ben vom 25. Mai 2011 alle genann­ten Ver­ein­ba­run­gen frist­los. Die Tre­ber­hil­fe habe durch eine Rei­he von schwer­wie­gen­den Pflicht­ver­let­zun­gen gezeigt, dass sie nicht gewillt sei, sich ver­trags- und geset­zes­treu zu ver­hal­ten. Es bestün­den Zwei­fel an der Zuver­läs­sig­keit. Das Ver­trau­en in eine ord­nungs­ge­mä­ße Leis­tungs­er­brin­gung sei zer­stört.

Im dar­auf­hin von der Tre­ber­hil­fe ange­streng­ten Eil­ver­fah­ren hat bereits das Sozi­al­ge­richt Ber­lin die Senats­ver­wal­tung am 6. Juli 2011 ver­pflich­tet, die Ver­ein­ba­rung zum betreu­ten Grup­pen­woh­nen fort­zu­füh­ren; im Übri­gen ver­trat es die Auf­fas­sung, die gekün­dig­ten Ver­trä­ge sei­en ohne­hin schon aus­ge­lau­fen gewe­sen 2.

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung in Bezug auf die Ver­ein­ba­rung zum betreu­ten Grup­pen­woh­nen bestä­tigt. In Bezug auf die übri­gen Ver­ein­ba­run­gen ging es aber wei­ter und ver­pflich­te­te die Senats­ver­wal­tung im Rah­men einer einst­wei­li­gen Anord­nung, vor­läu­fig die frag­li­chen Ver­trä­ge für den Zeit­raum 1. Sep­tem­ber 2011 bis 31. Dezem­ber 2011 erneut mit der Tre­ber­hil­fe abzu­schlie­ßen.

Die von der Senats­ver­wal­tung geäu­ßer­ten Zwei­fel an der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit der Tre­ber­hil­fe hät­ten sich, so das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren nicht erhär­ten las­sen. Dabei hielt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt auch die von der Senats­ver­wal­tung für die außer­or­dent­li­che Kün­di­gung vor­ge­brach­ten Grün­de der­zeit für nicht über­zeu­gend. Abschlie­ßend sei dies im bereits anhän­gi­gen Haupt­sa­che­ver­fah­ren auf­zu­klä­ren. Ein Abwar­ten des Haupt­sa­che­ver­fah­rens sei für die Tre­ber­hil­fe aber nicht zumut­bar, denn es hät­te ihre wirt­schaft­li­che Exis­tenz unmit­tel­bar in Fra­ge gestellt.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom – L 23 SO 147/​11 B ER

  1. SG Ber­lin – S 51 SO 507/​11[]
  2. SG Ber­lin, Beschluss vom 06.07.2011 – S 51 SO 507/​11 ER[]