Der Ver­merk in der Ter­mins­rol­le – und der Antrag auf Ent­schei­dung des (Finanz-)Gerichts

Der Antrag auf Ent­schei­dung des Gerichts (§ 133 FGO) ist nur gegen Ent­schei­dun­gen in Rechts­pfle­ge­an­ge­le­gen­hei­ten zuläs­sig.

Der Ver­merk in der Ter­mins­rol­le – und der Antrag auf Ent­schei­dung des (Finanz-)Gerichts

Vor­aus­set­zung für einen Antrag nach § 133 Abs. 1 und 2 FGO ist, dass eine "Ent­schei­dung" vor­liegt; blo­ße Hin­wei­se oder Mit­tei­lun­gen genü­gen nicht [1].

An einer Ent­schei­dung in die­sem Sin­ne fehlt es bereits hin­sicht­lich des "Stich­worts" und des ent­spre­chen­den Ver­merks in der Ter­min­s­an­kün­di­gung. Denn es lie­gen inso­weit recht­lich unver­bind­li­che Hin­wei­se und Mit­tei­lun­gen vor. Wel­che Rechts­fra­gen im Streit­fall ent­schei­dungs­er­heb­lich sind und wie der Streit­fall recht­lich zu beur­tei­len ist, ent­schei­det nicht das von der Geschäfts­stel­le gebil­de­te und von der Pres­se­stel­le über­nom­me­ne "Stich­wort", son­dern der Bun­des­fi­nanz­hof in sei­nem Urteil, und zwar ohne Bin­dung an die For­mu­lie­rung des "Stich­worts". Außer­dem han­delt es sich bei der Ver­ga­be des "Stich­worts" und der Plat­zie­rung der Ter­min­s­an­kün­di­gung auf der Home­page des BFH um Ver­wal­tungs­auf­ga­ben und nicht um Rechts­pfle­ge­auf­ga­ben [2]. Weder die Geschäfts­stel­le noch die Pres­se­stel­le haben als "Urkund­s­be­am­te" gehan­delt. Auch des­halb ist das Ver­fah­ren nach § 133 FGO nicht eröff­net.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. Dezem­ber 2019 – – XI R 13/​18

  1. vgl. Gräber/​Ratschow, Finanz­ge­richts­ord­nung, 9. Aufl., § 133 Rz 1 sowie § 128 Rz 3; Bergkem­per in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler ‑HHSp, § 128 FGO Rz 31 ff.; Seer in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 128 FGO Rz 19 ff.[]
  2. vgl. zur Abgren­zung Schmies­zek in HHSp, § 12 FGO Rz 23 ff., 29 einer­seits, Rz 31 ande­rer­seits; Bran­dis in Tipke/​Kruse, a.a.O., § 12 FGO Rz 2 und 5; Mül­ler-Horn in Gosch, FGO § 12 Rz 4 und 5[]