Die im ers­ten Rechts­gang ergan­ge­ne Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs – und ihre Bindungswirkung

Die Rüge, das Finanz­ge­richt habe die Bin­dungs­wir­kung eines im ers­ten Rechts­gang ergan­ge­nen BFH, Urteils gemäß § 126 Abs. 5 FGO miss­ach­tet, ist mit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de als Ver­fah­rens­feh­ler des Finanz­ge­richts gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO gel­tend zu machen.

Die im ers­ten Rechts­gang ergan­ge­ne Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs – und ihre Bindungswirkung

Nach § 126 Abs. 5 FGO hat das Gericht, an das die Sache zur ander­wei­ti­gen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück­ver­wie­sen wird, sei­ner Ent­schei­dung die recht­li­che Beur­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs zugrun­de zu legen. Geschieht dies nicht, ohne dass eine Aus­nah­me von der Bin­dungs­wir­kung vor­liegt, han­delt es sich nicht um eine Diver­genz, son­dern um einen Ver­fah­rens­man­gel, der mit der Beschwer­de wegen Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on gel­tend gemacht wer­den kann [1].

Das Finanz­ge­richt kann, ohne gegen die Bin­dungs­wir­kung des BFH, Urteils im ers­ten Rechts­gang zu ver­sto­ßen, im zwei­ten Rechts­gang erst­mals ent­schei­dungs­er­heb­li­che Tat­sa­chen fest­stel­len und sei­ner Beur­tei­lung zugrun­de legen; unbe­acht­lich ist, ob der geän­dert fest­ge­stell­te Sach­ver­halt schon im ers­ten Rechts­gang so vor­lag [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 30. Novem­ber 2020 – VIII B 138/​19

  1. stän­di­ge BFH-Recht­spre­chung, vgl. z.B. Beschluss vom 27.03.2014 – X B 75/​13, BFH/​NV 2014, 1073, Rz 28, m.w.N.[]
  2. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 20.12.2005 – V B 222/​04, BFH/​NV 2006, 774, unter II. 2.a; vom 21.03.2013 – VI B 155/​12, BFH/​NV 2013, 1103, Rz 13; in BFH/​NV 2014, 1073, Rz 31[]

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Akteneinsicht - Aktenübersendung in die Kanzlei des Prozessbevollmächtigten
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