Die Betriebs­stät­te des frei­en Mit­ar­bei­ters

Betriebs­stät­te des frei­en Mit­ar­bei­ters ist der Kanz­lei­sitz des Auf­trag­ge­bers.

Die Betriebs­stät­te des frei­en Mit­ar­bei­ters

Vor den Ände­run­gen durch die Neu­ord­nung des steu­er­li­chen Rei­se­kos­ten­rechts ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2014 durch das Gesetz zur Ände­rung und Ver­ein­fa­chung der Unter­neh­mens­be­steue­rung und des steu­er­li­chen Rei­se­kos­ten­rechts vom 20.02.2013 1 ist der Begriff der Betriebs­stät­te schon wegen der Ver­wei­sung in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 EStG auf die Rege­lung in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG glei­cher­ma­ßen wie der dort für Arbeit­neh­mer ver­wen­de­te Begriff der "Arbeits­stät­te" dadurch gekenn­zeich­net, dass er eine orts­fes­te dau­er­haf­te betrieb­li­che Ein­rich­tung vor­aus­setzt, die der Steu­er­pflich­ti­ge nicht nur gele­gent­lich, son­dern mit einer gewis­sen Nach­hal­tig­keit, d.h. fort­dau­ernd und immer wie­der zur Aus­übung sei­ner beruf­li­chen Tätig­keit auf­sucht. Dies erfor­dert, den orts­ge­bun­de­nen Mit­tel­punkt der dau­er­haft ange­leg­ten Tätig­keit zu bestim­men 2.

Die­ser Ort lag im hier ent­schie­de­nen Streit­fall am Kanz­lei­sitz des Kol­le­gen, für den die Rechts­an­wäl­tin als freie Mit­ar­bei­te­rin tätig war. Soweit die Rechts­an­wäl­tin auch eige­ne Man­dan­ten unmit­tel­bar an deren Betriebs­sit­zen betreut hat, han­del­te es sich bei die­sen jeweils nicht um die "Betriebs­stät­te" der Rechts­an­wäl­tin gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 1 EStG.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Juni 2018 – VIII R 14/​15

  1. BSt­Bl I 2013, 188[]
  2. BFH, Urtei­le vom 29.04.2014 – VIII R 33/​10, BFHE 246, 53, BSt­Bl II 2014, 777, Rz 27, 28; vom 23.10.2014 – III R 19/​13, BFHE 248, 1, BSt­Bl II 2015, 323, Rz 12[]