Kla­ge­be­fug­nis gegen den Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid für die voll­be­en­de­te Per­so­nen­ge­sell­schaft

Erlischt eine Per­so­nen­ge­sell­schaft durch Voll­be­en­di­gung ohne Abwick­lung, kann nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ein Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid nur noch von den frü­he­ren Gesell­schaf­tern ange­foch­ten wer­den, deren Mit­glied­schaft die Zeit berührt, die der anzu­fech­ten­de Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid betrifft.

Kla­ge­be­fug­nis gegen den Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid für die voll­be­en­de­te Per­so­nen­ge­sell­schaft

Die aus § 48 Abs. 1 Nr. 1 FGO fol­gen­de Befug­nis der Per­so­nen­ge­sell­schaft, in Pro­zess­stand­schaft für ihre Gesell­schaf­ter Rechts­be­hel­fe gegen die Gewinn­fest­stel­lungs­be­schei­de ein­zu­le­gen, ist mit deren Voll­be­en­di­gung erlo­schen. Inso­weit lebt die bis zum Zeit­punkt der Voll­be­en­di­gung über­la­ger­te Kla­ge­be­fug­nis der ein­zel­nen Gesell­schaf­ter wie­der auf.

Die Kla­ge­be­fug­nis geht des­halb auch nicht auf den Gesamt­rechts­nach­fol­ger der Per­so­nen­ge­sell­schaft über 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 30. Mai 2017 – IV B 20/​17

  1. z.B. BFH, Beschluss vom 17.10.2013 – IV R 25/​10, Rz 19, m.w.N.[]