Steu­er­li­che und finan­zi­el­le Aspek­te bei Zusatz­ver­si­che­run­gen

Ver­si­che­run­gen sind wich­tig, denn sie sichern die unter­schied­lichs­ten Risi­ken des Lebens ab. Beson­ders bei den Kran­ken­ver­si­che­run­gen sind vie­le Aspek­te zu beach­ten, da sich die Geset­zes­la­ge in den letz­ten Jah­ren geän­dert hat und sicher in Zukunft noch eini­ges zu berück­sich­ti­gen ist. Der Leis­tungs­ka­ta­log der gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­run­gen schrumpft, Zusatz­ver­si­che­run­gen decken die ent­stan­de­nen Lücken ab. Beson­ders im Bereich des Zahn­ersat­zes ist die Abde­ckung über gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­run­gen ver­schwin­dend gering. Pati­en­ten bekom­men im güns­tigs­ten Fall einen Fest­zu­schuss von 70 % der Regel­ver­sor­gung. Die­ser deckt oft nur 20 % der tat­säch­li­chen Kos­ten ab.

Steu­er­li­che und finan­zi­el­le Aspek­te bei Zusatz­ver­si­che­run­gen

Die Lösung sind Zusatz­ver­si­che­run­gen oder der Wech­sel in eine pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung, deren Tari­fe ein brei­te­res Spek­trum abde­cken als die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen. Die Höhe der Bei­trä­ge rich­tet sich nach dem zu erwar­ten­den Risi­ken und dür­fen von den Kas­sen frei kal­ku­liert wer­den. Aus die­sem Grund ergibt sich eine gro­ße Band­brei­te an Tari­fen. Die Kos­ten für die­se Ver­si­che­run­gen schwan­ken stark. Es lohnt sich die Ange­bo­te der ver­schie­de­nen Ver­si­che­run­gen zu ver­glei­chen und gezielt einen güns­ti­gen Tarif zu suchen.

Die Bei­trä­ge las­sen sich nicht immer von der Steu­er abset­zen. Nach § 10 Absatz 1 Num­mer 3 und 3a EStG sind nur Bei­trä­ge abzugs­fä­hig, die für ein gemäß des Zwölf­ten Buchs des Sozi­al­ge­setz­buchs sozi­al­hil­fe­glei­ches Ver­sor­gungs­ni­veau nötig sind. Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung las­sen sich bis zur vol­len Höhe von der Steu­er abzie­hen, denn die­se Ver­si­che­run­gen sichern genau das im Gesetz genann­te Niveau ab.

Bei­trä­ge zu pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­run­gen las­sen sich nur zu dem Teil abset­zen, die für eine Basis­ver­sor­gung erfor­der­lich ist. Tari­fe, die ein weit grö­ße­res Leis­tungs­spek­trum abde­cken, las­sen sich daher nicht in vol­ler Höhe anrech­nen. Wer von der gesetz­li­chen in die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung wech­selt, muss also genau rech­nen. Unter Berück­sich­ti­gung die­ser steu­er­li­chen Beson­der­heit erhö­hen sich die Kos­ten der Tari­fe um den Anteil, der sich nicht abset­zen lässt.

Zusatz­ver­trä­ge für Bril­len oder Zahn­ersatz sind zusätz­lich von der Ein­kom­men­steu­er absetz­bar. Aber es gilt eine Ein­schrän­kung. Im § 10 Absatz 4 EStG heißt es, dass Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen laut Absatz 1 Num­mer 3 und 3a nur bis zu einer Höhe von 2 800 Euro abge­setzt wer­den kön­nen. Der Höchst­be­trag redu­ziert sich auf 1.900 Euro, wenn Steu­er­pflich­ti­ge, ganz oder teil­wei­se ohne eige­ne Auf­wen­dun­gen Anspruch auf Erstat­tung oder Über­nah­me von Krank­heits­kos­ten haben. Dies trifft auf alle ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Beschäf­tig­ten zu. Bei einer Zusam­men­ver­an­la­gung addie­ren sie die Höchst­sät­ze der Part­ner.

In der Regel ist der Höchst­be­trag durch die Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung bezie­hungs­wei­se durch die Kos­ten für die Basis­ver­sor­gung in pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­run­gen aus­ge­schöpft. Nur in sel­te­nen Aus­nah­me­fäl­len besteht daher die Mög­lich­keit, die Kos­ten für Zusatz­leis­tun­gen abzu­set­zen.