Gewerb­lich gepräg­te Per­so­nen­ge­sell­schaft – und die sach­li­che Gewer­be­steu­er­pflicht

Besteue­rungs­grund­la­ge für die Gewer­be­steu­er ist der Gewer­be­er­trag (§ 6 GewStG); maß­ge­bend ist dabei der Gewer­be­er­trag, der in dem Erhe­bungs­zeit­raum bezo­gen wor­den ist, für den der Steu­er­mess­be­trag (§ 14 GewStG) fest­ge­setzt wird (§ 10 Abs. 1 GewStG). Erhe­bungs­zeit­raum ist nach § 14 Satz 1 GewStG grund­sätz­lich das Kalen­der­jahr. Besteht die Gewer­be­steu­er­pflicht jedoch nicht wäh­rend des gan­zen Kalen­der­jahrs, tritt nach § 14 Satz 3 GewStG an die Stel­le des Kalen­der­jahrs der Zeit­raum der Steu­er­pflicht (sog. abge­kürz­ter Erhe­bungs­zeit­raum).

Gewerb­lich gepräg­te Per­so­nen­ge­sell­schaft – und die sach­li­che Gewer­be­steu­er­pflicht

Nach § 7 Satz 1 GewStG ist Gewer­be­er­trag der nach den Vor­schrif­ten des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes oder des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes zu ermit­teln­de Gewinn aus dem Gewer­be­be­trieb, der bei der Ermitt­lung des Ein­kom­mens für den dem Erhe­bungs­zeit­raum (§ 14 GewStG) ent­spre­chen­den Ver­an­la­gungs­zeit­raum zu berück­sich­ti­gen ist, ver­mehrt und ver­min­dert um die in den §§ 8 und 9 GewStG bezeich­ne­ten Beträ­ge. Zum Gewer­be­er­trag gehört dabei u.a. auch der Gewinn aus der Ver­äu­ße­rung oder Auf­ga­be des Betriebs einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft, soweit er nicht auf eine natür­li­che Per­son als unmit­tel­bar betei­lig­ter Mit­un­ter­neh­mer ent­fällt (§ 7 Satz 2 Nr. 1 Alter­na­ti­ve 1 GewStG).

Nach § 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG unter­liegt der Gewer­be­steu­er nur der ste­hen­de Gewer­be­be­trieb. Ein­zel­un­ter­neh­men und Mit­un­ter­neh­mer­schaf­ten ‑und damit auch gewerb­lich gepräg­te Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten i.S. des § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG wie die Klä­ge­rin- sind daher sach­lich gewer­be­steu­er­pflich­tig nur, wenn und solan­ge sie einen Gewer­be­be­trieb i.S. des Gewer­be­steu­er­rechts unter­hal­ten. Die sach­li­che Gewer­be­steu­er­pflicht endet des­halb schon mit der dau­er­haf­ten Ein­stel­lung der wer­ben­den Tätig­keit. Maß­nah­men zur Ver­mö­gens­ver­wer­tung nach Ein­stel­lung des Betriebs wer­den danach ‑anders als bei Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, deren Tätig­keit nach § 2 Abs. 2 Satz 1 GewStG stets und in vol­lem Umfang als Gewer­be­be­trieb gilt- nicht mehr von der Steu­er­pflicht erfasst [1].

Nach § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG wird die Sum­me des Gewinns und der Hin­zu­rech­nun­gen um 1, 2 % des Ein­heits­werts des zum Betriebs­ver­mö­gen des Unter­neh­mers gehö­ren­den Grund­be­sit­zes gekürzt (sog. ein­fa­che Kür­zung). An Stel­le der Kür­zung nach Satz 1 tritt nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG auf Antrag bei Unter­neh­men, die aus­schließ­lich eige­nen Grund­be­sitz oder neben eige­nem Grund­be­sitz eige­nes Kapi­tal­ver­mö­gen ver­wal­ten und nut­zen oder dane­ben Woh­nungs­bau­ten betreu­en oder Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser oder Eigen­tums­woh­nun­gen errich­ten und ver­äu­ßern, die Kür­zung um den Teil des Gewer­be­er­trags, der auf die Ver­wal­tung und Nut­zung des eige­nen Grund­be­sit­zes ent­fällt (sog. erwei­ter­te Kür­zung).

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. Mai 2017 – IV R 30/​15

  1. vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 20.09.2012 – IV R 36/​10, BFHE 238, 429, BStBl II 2013, 498, Rz 17, m.w.N.; vom 24.04.1980 – IV R 68/​77, BFHE 131, 70, BStBl II 1980, 658[]