Bürg­schafts­ge­si­cher­te Fremd­fi­nan­zie­rung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten

Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um hat in einem umfang­rei­chen Schrei­ben erneut zu eini­gen Zwei­fel­fra­gen des § 8a KStG Stel­lung genom­men, die die steu­er­li­che Behand­lung von Kre­di­ten an Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten betref­fen, die von Gesell­schaf­tern per­sön­lich abge­si­chert wer­den.

Bürg­schafts­ge­si­cher­te Fremd­fi­nan­zie­rung von Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten

§ 8a Abs. 1 Satz 2 2. Alter­na­ti­ve KStG ist grund­sätz­lich nur auf sol­che Sach­ver­hal­te gerich­tet, in denen der Anteils­eig­ner oder eine die­sem nahe ste­hen­de Per­son eine Kapi­tal­for­de­rung besitzt und über die­se aus Anlass der Dar­le­hens­ge­wäh­rung eine Ver­fü­gungs­be­schrän­kung zu Guns­ten des rück­griffs­be­rech­tig­ten Dar­le­hens­ge­bers getrof­fen wird. § 8a Abs. 1 Satz 2 2. Alter­na­ti­ve KStG fin­det damit grund­sätz­lich nur auf fol­gen­de Sach­ver­hal­te Anwen­dung:

  1. Zu Guns­ten des rück­griffs­be­rech­tig­ten Dar­le­hens­ge­bers besteht eine ding­li­che Sicher­heit an der Kapi­tal­for­de­rung.
    Eine ding­li­che Sicher­heit in die­sem Sin­ne besteht auch in den Fäl­len, in denen auf­grund einer Bürg­schafts­er­klä­rung nach den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen des Dar­le­hens­ge­bers ein Pfand­recht an den Kapi­tal­for­de­run­gen des Bür­gen im Bereich des Dar­le­hens­ge­bers ver­ein­bart wor­den ist
  2. Der Dar­le­hens­ge­ber hat einen schuld­recht­li­chen Anspruch gegen den Anteils­eig­ner oder eine die­sem nahe ste­hen­de Per­son, ver­bun­den mit einer Ver­fü­gungs­be­schrän­kung hin­sicht­lich der Kapi­tal­for­de­rung oder einer Unter­wer­fung unter die sofor­ti­ge Zwangs­voll­stre­ckung durch den Anteils­eig­ner oder die nahe ste­hen­de Per­son.

Die Beweis­last dafür, dass kein Fall des steu­er­schäd­li­chen Rück­griffs nach § 8a Abs. 1 Satz 2 2. Alter­na­ti­ve KStG vor­liegt, liegt beim Steu­er­pflich­ti­gen. Für die Beweis­füh­rung ist es erfor­der­lich, dass eine Beschei­ni­gung des rück­griffs­be­rech­tig­ten Dar­le­hens­ge­bers vor­ge­legt wird, in der Aus­kunft über die in Fol­ge der Dar­le­hens­aus­rei­chung an die Kapi­tal­ge­sell­schaft gewähr­ten Sicher­hei­ten erteilt wird.

BMF-Schrei­ben vom 22.07.2005 – IV B 7 – S 2742a – 31/​05