Auf­bau eines Struk­tur­ver­triebs – und die Tätig­keit als Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter

Für eine „Tätig­keit als Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter und Ver­si­che­rungs­mak­ler” i.S. des § 4 Nr. 11 UStG ist es ent­schei­dend, Kun­den zu suchen und die­se mit dem Ver­si­che­rer zusam­men­zu­brin­gen.

Auf­bau eines Struk­tur­ver­triebs – und die Tätig­keit als Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter

Die Ver­mitt­lung kann in einer Nach­weis, einer Kon­takt­auf­nah­me- oder in einer Ver­hand­lungs­tä­tig­keit bestehen, wobei sich die Tätig­keit auf ein ein­zel­nes Geschäft, das ver­mit­telt wer­den soll, bezie­hen muss. Der Begriff „dazu­ge­hö­ri­ge Dienst­leis­tun­gen, die von Ver­si­che­rungs­mak­lern und ‑ver­tre­tern erbracht wer­den” in Art. 135 Abs. 1 Buchst. a der Richt­li­nie 2006/​112/​EG des Rates über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem vom 28.11.2006 umfasst Dienst­leis­tun­gen der Berufs­aus­üben­den, die zugleich mit dem Ver­si­che­rer und dem Ver­si­cher­ten in Ver­bin­dung ste­hen.

Dabei muss die­se Ver­bin­dung nicht unmit­tel­bar bestehen. Es genügt, wenn der Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler zu dem Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men eine mit­tel­ba­re Ver­bin­dung über einen ande­ren Steu­er­pflich­ti­gen unter­hält, der selbst in unmit­tel­ba­rer Ver­bin­dung zu einer die­ser Par­tei­en steht1.

Allein die Fest­stel­lung, dass der Auf­bau eines Struk­tur­ver­triebs geschul­det wird, sagt nichts dar­über aus, ob im kon­kre­ten Fall ein Bezug zu ein­zel­nen Geschäf­ten her­ge­stellt wer­den kann.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 27. Mai 2015 – V B 31/​15

  1. BFH, Urteil vom 24.07.2014 – V R 9/​13, BFH/​NV 2014, 1783, mit Nach­wei­sen aus der Recht­spre­chung des EuGH und des BFH