Der irr­tüm­lich ver­ein­bar­te Net­to­preis

Ver­ein­ba­ren die an einem Leis­tungs­aus­tausch Betei­lig­ten rechts­irr­tüm­lich die Gegen­leis­tung ohne Umsatz­steu­er, ist der ver­ein­bar­te Betrag in Ent­gelt und dar­auf ent­fal­len­de Umsatz­steu­er auf­zu­tei­len.

Der irr­tüm­lich ver­ein­bar­te Net­to­preis

Das ist aller­dings nicht auf eine (teil­wei­se) Unein­bring­lich­keit des Ent­gel­tes gemäß § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG zurück­zu­füh­ren. Denn für Umsät­ze, die ein Steu­er­pflich­ti­ger in sei­nen Steu­er­erklä­run­gen nicht angibt ‑auch bei Rechts­irr­tum über deren Steuerbarkeit‑, ent­steht die Umsatz­steu­er eben­so wie bei ord­nungs­ge­mäß erklär­ten Umsät­zen 1.

Auch bei einem Rechts­irr­tum über die Steu­er­bar­keit von Lie­fe­run­gen und sons­ti­gen Leis­tun­gen wird der Umsatz gemäß § 10 Abs. 1 Satz 1 UStG nach dem Ent­gelt bemes­sen. Ent­gelt ist alles, was der Leis­tungs­emp­fän­ger auf­wen­det, um die Leis­tung zu erhal­ten, jedoch abzüg­lich der Umsatz­steu­er (§ 10 Abs. 1 Satz 2 UStG).

Das gilt auch, wenn die Betei­lig­ten rechts­irr­tüm­lich die Gegen­leis­tung ohne Umsatz­steu­er ver­ein­ba­ren. Der ver­ein­bar­te Betrag ist danach in Ent­gelt und dar­auf ent­fal­len­de Umsatz­steu­er auf­zu­tei­len 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Novem­ber 2016 – V R 1/​16

  1. BFH, Urteil vom 20.01.1997 – V R 28/​95, BFHE 183, 353, BSt­Bl II 1997, 716, Rz 24[]
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 22.04.2015 – XI R 43/​11, BFHE 249, 315, BSt­Bl II 2015, 755, Rz 37; in BFHE 183, 353, BSt­Bl II 1997, 716, unter II. 2.d[]
  3. EuGH, Urteils vom 16.01.2014 – C‑300/​12 [Ibe­ro Tours], DStR 2014, 139[]