Der Schein­sitz des Rech­nungs­aus­stel­lers – und der Vor­steu­er­ab­zug

Ein Vor­steu­er­ab­zug ist nicht mög­lich, wenn in der zugrun­de lie­gen­den Rech­nung ledig­lich ein Schein­sitz des Leis­ten­den ange­ge­ben ist.

Der Schein­sitz des Rech­nungs­aus­stel­lers – und der Vor­steu­er­ab­zug

Der Vor­steu­er­ab­zug schei­det aus, wenn der in der Rech­nung ange­ge­be­ne Sitz tat­säch­lich nicht bestan­den hat. Die Anga­be einer Anschrift, an der kei­ner­lei geschäft­li­che Akti­vi­tä­ten statt­fin­den, reicht nicht aus1.

Inso­weit trägt der den Leis­tungs­emp­fän­ger die objek­ti­ve Fest­stel­lungs­last für die Vor­aus­set­zun­gen des Vor­steu­er­ab­zug. Dies ent­spricht der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs2 und gilt auch unter Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on jeden­falls hin­sicht­lich der Fra­ge, ob die Leis­tung bewirkt wor­den ist, wei­ter3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 8. Juli 2015 – XI B 5/​15

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 18.02.2015 – V S 19/​14, BFH/​NV 2015, 866, Rz 29, m.w.N. []
  2. vgl. BFH, Urteil vom 23.10.2014 – V R 23/​13, BFHE 247, 480, BSt­Bl II 2015, 313, Rz 18, m.w.N. []
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 26.02.2014 – V S 1/​14 (PKH), BFH/​NV 2014, 917, Rz 6 []