Leis­tungs­aus­tausch bei Zah­lun­gen aus öffent­li­chen Kas­sen

Bei Zah­lun­gen aus öffent­li­chen Kas­sen kann es an einem umsatz­steu­er­lich rele­van­ten Leis­tungs­aus­tausch feh­len, wenn die Zah­lung ledig­lich der För­de­rung der Tätig­keit des Emp­fän­gers all­ge­mein, aus struk­tur­po­li­ti­schen, volks­wirt­schaft­li­chen oder all­ge­mein­po­li­ti­schen Grün­den dient und nicht der Gegen­wert für eine Leis­tung des Zah­lungs­emp­fän­gers an den Geld­ge­ber ist. Bei Leis­tun­gen, zu denen sich die Ver­trags­par­tei­en in einem gegen­sei­ti­gen Ver­trag ver­pflich­tet haben, liegt dage­gen grund­sätz­lich ein Leis­tungs­aus­tausch vor.

Leis­tungs­aus­tausch bei Zah­lun­gen aus öffent­li­chen Kas­sen

Für die Steu­er­bar­keit einer Leis­tung ist nicht ent­schei­dend, ob sie letzt­lich im öffent­li­chen Inter­es­se liegt. Ein Inter­es­se der All­ge­mein­heit, das dem Han­deln jeder öffent­lich-recht­li­chen Kör­per­schaft inne­wohnt, schließt die Iden­ti­fi­zier­bar­keit des Leis­tungs­emp­fän­gers nicht aus. Ent­schei­dend ist nur, ob ein indi­vi­du­el­ler Leis­tungs­emp­fän­ger vor­han­den ist, der aus der Leis­tung einen kon­kre­ten Vor­teil zieht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. Dezem­ber 2008 – V R 38/​06