Ver­säum­nis einer finanz­ge­richt­li­chen Aus­schluss­frist zur Anga­be von Tat­sa­chen

Der Klä­ger, der sich jed­we­den Sach­vor­trag erspart und die Kla­ge­be­grün­dung auf den Hin­weis beschränkt hat­te, „Nach mei­ner Auf­fas­sung ent­spricht die Fest­set­zung der Ein­kom­men­steu­er … nicht den gesetz­li­chen Vor­ga­ben“, hat die Aus­schluss­frist nach § 79b Abs. 1 FGO ver­säumt.

Ver­säum­nis einer finanz­ge­richt­li­chen Aus­schluss­frist zur Anga­be von Tat­sa­chen

Auf­grund der nach ord­nungs­ge­mä­ßer Frist­set­zung und Beleh­rung erfolg­ten Frist­ver­säum­nis hät­te das Finanz­ge­richt gemäß § 79b Abs. 3 FGO ohne wei­te­re Ermitt­lun­gen zur Sache ent­schei­den kön­nen. Es konn­te die Kla­ge aber auch ‑wie gesche­hen- als unzu­läs­sig abwei­sen. Denn die Ver­säum­nis der nach § 79b Abs. 1 FGO gesetz­ten Frist berech­tigt zur Abwei­sung der Kla­ge durch Pro­zes­s­ur­teil [1], obwohl die­se Rechts­fol­ge in § 79b Abs. 3 FGO nicht aus­drück­lich genannt wird.

Da die ver­säum­te Aus­schluss­frist nach § 79b Abs. 1 FGO für sich bereits die Ent­schei­dung durch Pro­zes­s­ur­teil recht­fer­tig­te, konn­te es der Bun­des­fi­nanz­hof im hier ent­schie­de­nen Streit­fall dahin­ste­hen las­sen, ob der Klä­ger auch die Aus­schluss­frist nach § 65 Abs. 2 Satz 2 FGO ver­säumt hat oder ob das Finanz­ge­richt ‑wie der Klä­ger meint- den Gegen­stand des Kla­ge­be­geh­rens anhand der Dif­fe­ren­zen zwi­schen den Erklä­run­gen und den Beschei­den hät­te bestim­men müs­sen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 28. Juni 2017 – III B 90/​16

  1. BFH, Beschlüs­se vom 08.03.1995 – X B 244/​94, BFHE 177, 201, BStBl II 1995, 417; vom 19.01.2000 – II B 112/​99, BFH/​NV 2000, 1103; vom 21.06.2002 – VII S 14/​02 (PKH), BFH/​NV 2002, 1465; Gräber/​Stapperfend, Finanz­ge­richts­ord­nung, 8. Aufl., § 79b Rz 50[]