All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen – und die Fra­ge der Tarif­fä­hig­keit

Nach § 5 Abs. 1 TVG aF war Vor­aus­set­zung für die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags, dass die tarif­ge­bun­de­nen Arbeit­ge­ber nicht weni­ger als 50 vH der unter den Gel­tungs­be­reich des Tarif­ver­trags fal­len­den Arbeit­neh­mer beschäf­ti­gen (§ 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 TVG aF) und die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung im öffent­li­chen Inter­es­se gebo­ten erscheint (§ 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 TVG aF).

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags – und die Zustän­dig­keit des Arbeits­mi­nis­ters

Die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags bedarf als Akt der Norm­set­zung der demo­kra­ti­schen Legi­ti­ma­ti­on in Form der zustim­men­den Befas­sung des zustän­di­gen Minis­ters oder sei­nes Staats­se­kre­tärs mit der Ange­le­gen­heit. Die­ses Erfor­der­nis besteht unab­hän­gig von kon­kre­ten Inhal­ten des für all­ge­mein­ver­bind­lich zu erklä­ren­den Tarif­ver­trags. Da es sich bei der All­ge eines Tarif­ver­trags um einen Akt

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags – und ihre Anfech­tung

Das Tarif­au­to­no­mie­stär­kungs­ge­setz ent­hält hin­sicht­lich des Ver­fah­rens zur Über­prü­fung der Rechts­wirk­sam­keit von All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­run­gen oder Rechts­ver­ord­nun­gen nach § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 98 ArbGG kei­ne Über­gangs­re­ge­lung. Die Nor­men fan­den damit unmit­tel­bar ab ihrem Inkraft­tre­ten Anwen­dung . Das Ver­fah­ren nach § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 98 ArbGG ist daher auch statt­haft,

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Anfech­tung einer All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung – und der ein­ge­schränk­te Amts­er­mitt­lungs­grund­satz

Strei­tig­kei­ten über die Wirk­sam­keit einer AVE oder einer ent­spre­chen­den VO nach § 2a Abs. 1 Nr. 5 iVm. § 98 ArbGG sind gemäß § 2a Abs. 2 ArbGG im Beschluss­ver­fah­ren aus­zu­tra­gen. Nach § 83 Abs. 1 Satz 1 ArbGG erforscht das Gericht hier­bei den Sach­ver­halt im Rah­men der gestell­ten Anträ­ge von Amts wegen, wobei

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags – und die ört­li­che Zustän­dig­keit für ihre Anfech­tung

Für ein Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren gegen die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung eines Tarif­ver­tra­ges ist das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­­lin-Bran­­den­burg gemäß § 98 Abs. 2 ArbGG ört­lich zustän­dig, soweit das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les die streit­ge­gen­ständ­li­che All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung erlas­sen hat. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les hat nach Ziff. 3 der Bekannt­ma­chung über die Sitz­ent­schei­dung der Bun­des­re­gie­rung vom 21.07.1999 in

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen – und sei­ne Ver­fas­sungs­ge­mäß­heit

Die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung von Tarif­ver­trä­gen nach § 5 TVG ver­stößt ent­ge­gen der in eini­gen Rechts­be­schwer­den ver­tre­te­nen Auf­fas­sung weder gegen Ver­fas­sungs­recht noch gegen die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist das Rechts­in­sti­tut der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung als Norm­set­zung sui gene­ris mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar . Dies gilt auch für die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen

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Zeit­lich über­hol­te All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags – und die Anfech­tungs­be­fug­nis

Bei dem Ver­fah­ren nach § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 98 ArbGG han­delt es sich um ein Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren, des­sen Durch­füh­rung eine Antrags­be­fug­nis nach § 98 Abs. 1 oder Abs. 6 ArbGG vor­aus­setzt. Das Ver­fah­ren kann grund­sätz­lich auch hin­sicht­lich bereits außer Kraft getre­te­ner All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­run­gen oder Rechts­ver­ord­nun­gen ein­ge­lei­tet wer­den, sofern der jewei­li­ge Antrag­stel­ler wei­ter­hin

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags – und die dem Tarif­ver­trag unter­fal­len­den Arbeit­neh­mer

Für die Ermitt­lung der sog. Gro­ßen Zahl kam es nach § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 TVG aF auf die Anzahl der unter den Gel­tungs­be­reich des Tarif­ver­trags fal­len­den Arbeit­neh­mer an. Uner­heb­lich war hin­ge­gen, ob die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung mit Ein­schrän­kun­gen hin­sicht­lich des betrieb­li­chen Gel­tungs­be­reichs ergan­gen ist. Die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung des Tarif­ver­tra­ges ist unwirk­sam, wenn nicht

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags – und die Fol­gen ihrer Unwirk­sam­keit

Die Wirk­sam­keit des Tarif­ver­tra­ges selbst bleibt von der Fest­stel­lung der Unwirk­sam­keit der All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung unbe­rührt und damit des­sen Gel­tung für die Tarif­ge­bun­de­nen nach § 3 TVG. Die Bei­trags­pflicht der tarif­ge­bun­de­nen Arbeit­ge­ber besteht fort und damit auch ein erheb­li­cher Teil der in der Ver­gan­gen­heit erziel­ten Ein­nah­men der Sozi­al­kas­sen des Bau­ge­wer­bes. Glei­ches gilt für

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen – und das ein­zu­hal­ten­de Ver­fah­ren

Die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung von Tarif­ver­trä­gen ist im Ver­hält­nis zu den ohne sie nicht tarif­ge­bun­de­nen Arbeit­ge­bern und Arbeit­neh­mern ein Recht­set­zungs­akt eige­ner Art zwi­schen auto­no­mer Rege­lung und staat­li­cher Recht­set­zung, der sei­ne eigen­stän­di­ge Grund­la­ge in Art. 9 Abs. 3 GG fin­det und nicht an Art. 80 Abs. 1 GG zu mes­sen ist . Weder die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung eines

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen – und das öffent­li­che Inter­es­se

Bei der Fra­ge, ob die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung eines Tarif­ver­trags im öffent­li­chen Inter­es­se gebo­ten erscheint, hat der betei­lig­te Arbeits­mis­ter eigen­ver­ant­wort­lich zu prü­fen, ob die Vor­tei­le der All­ge­meins­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung eines Tarif­ver­trags etwai­ge Nach­tei­le über­wie­gen. Hier­bei sind sowohl die Inter­es­sen der tarif­ge­bun­de­nen als auch die­je­ni­gen der nicht tarif­ge­bun­de­nen Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber gegen­über­zu­stel­len. Allein das Inter­es­se

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Die unwirk­sa­me All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung eines Tarif­ver­trags – und die bereits rechts­kräf­tig abge­schlos­se­nen Kla­ge­ver­fah­ren

Die Fest­stel­lung der Wirk­sam­keit oder Unwirk­sam­keit einer All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung oder Rechts­ver­ord­nung wirkt nach § 98 Abs. 4 Satz 1 ArbGG für und gegen jeder­mann (sog. Erga-omnes-Wir­kung). Inhalt der Ent­schei­dung ist die auf den Zeit­punkt des Erlas­ses der Norm rück­wir­ken­de Fest­stel­lung, dass die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung oder Rechts­ver­ord­nung rechts­wirk­sam ist oder nicht. Eine ent­spre­chen­de Fest­stel­lung wirkt

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All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen – und das EU-Recht

Eine Vor­la­ge an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on, die die Ver­ein­bar­keit der All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung des VTV mit Uni­ons­recht zum Gegen­stand hät­te, kommt unge­ach­tet der feh­len­den Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit nicht in Betracht. Es fehlt im Hin­blick auf die ange­grif­fe­nen All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung an einem Anknüp­fungs­punkt an das Uni­ons­recht. Eine Vor­la­ge­pflicht des Bun­des­ar­beits­ge­richts als natio­nal letzt­in­stanz­li­chem Gericht

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Anfech­tung einer All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung – und die zu betei­li­gen­den Stel­len

Nach § 98 Abs. 3 Satz 3 ArbGG ist die Behör­de, die den Tarif­ver­trag für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt oder die Rechts­ver­ord­nung erlas­sen hat, kraft Geset­zes zu betei­li­gen. Im Übri­gen bestimmt sich die Betei­li­gung nach § 98 Abs. 3 Satz 1 iVm. § 83 Abs. 3 ArbGG, der ent­spre­chend anzu­wen­den ist. Die Betei­li­gung rich­tet sich dem­entspre­chend

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Berufs­bil­dungs­bei­trag – und die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung von Tarif­ver­trä­gen des Bau­ge­wer­bes

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­­lin-Bran­­den­burg hat die All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen fol­gen­der Tarif­ver­trä­ge des Bau­ge­wer­bes für wirk­sam gehal­ten: AVE vom 06.07.2015 des Tarif­ver­trags über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be (VTV) vom 03.05.2013 AVE vom 06.07.2015 des Bun­des­rah­men­ta­rif­ver­trags für das Bau­ge­wer­be (BRTV) vom 04.07.2002 AVE vom 06.07.2015 des Tarif­ver­trags über die Berufs­bil­dung im Bau­ge­wer­be (BBTV) vom 10.12.2014

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All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­er­klä­rung eines Ent­gelt­ta­rif­ver­tra­ges im Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be

Die durch das Minis­te­ri­um für Wirt­schaft, Arbeit und Ver­kehr Nie­der­sach­sen am 07.11.2011 mit Wir­kung zum 01.12.2011 aus­ge­spro­che­ne All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung des am 17.05.2010 abge­schlos­se­nen Ent­gelt­ta­rif­ver­trags für das Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be in Nie­der­sach­sen ist man­gels Errei­chen des nach § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 TVG a. F. erfor­der­li­chen Beschäf­tig­ten­quo­rums unwirk­sam. Die­ser Tarif­ver­trag erfasst von sei­nem

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Sozi­al­kas­sen des Bau­ge­wer­bes – und das Druck­rohr­sys­tem

Nach § 1 Abs. 3 Satz 2, Abs. 1 Satz 1 Arbeit­neh­mer­ent­sen­de­ge­setz vom 26.02.1996 in der Fas­sung vom 21.12 2007 (AEntG aF) bzw. nach § 8 Abs. 1 Satz 1, § 6 Abs. 2 AEntG in der ab dem 24.04.2009 gel­ten­den Fas­sung ist ein Arbeit­ge­ber mit Sitz im Aus­land ver­pflich­tet, einer gemein­sa­men Ein­rich­tung der Tarif­ver­trags­par­tei­en des Bau­ge­wer­bes, der

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Sozi­al­kas­sen­ta­rif­ver­trä­ge des Bau­ge­wer­bes – und ihre All­ge­mein­ver­bind­lich­keit

Die Sozi­al­kas­sen­ta­rif­ver­trä­ge im Bau­ge­wer­be ver­pflich­ten die tarif­ge­bun­de­nen Arbeit­ge­ber, Bei­trä­ge an die Sozi­al­kas­sen des Bau­ge­wer­bes zu zah­len. Die Tarif­ver­trä­ge wer­den von der zustän­di­gen Behör­de gemäß § 5 TVG für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt. Gemäß § 5 TVG onn­te das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les einen Tarif­ver­trag im Ein­ver­neh­men mit einem aus je drei Ver­tre­tern der

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Aus­set­zung wegen eines anhän­gi­gen Streits um eine All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung

Eine Aus­set­zung nach § 98 Abs. 6 ArbGG kommt im Ver­fah­ren über die nach­träg­li­che Zulas­sung der Revi­si­on nach § 72a ArbGG nicht in Betracht, da die Ent­schei­dung im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren nicht von der Wirk­sam­keit oder Unwirk­sam­keit einer All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­rung abhängt. Nach § 98 Abs. 6 ArbGG ist ein Rechts­streit aus­zu­set­zen, wenn sei­ne Ent­schei­dung davon

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Min­dest­lohn im Bäcker­hand­werk

In Nie­der­sach­sen ist der "Lohn- und Gehalts­ta­rif­ver­trag für das nie­der­säch­si­sche Bäcker­hand­werk" dem­nächst all­ge­mein­ver­bind­lich. Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ist der Emp­feh­lung des Tarif­aus­schus­ses für das Land Nie­der­sach­sen nach­ge­kom­men, die für das Ent­gelt wesent­li­chen Rege­lun­gen des Lohn- und Gehalts­ta­rif­ver­tra­ges für das nie­der­säch­si­sche Bäcker­hand­werk für all­ge­mein­ver­bind­lich zu erklä­ren. Damit haben zukünf­tig alle Arbeit­neh­mer im nie­der­säch­si­schen

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